Im Prozess um den gewaltsamen Tod seiner trennungswilligen Ehefrau hat das Landgericht Görlitz einen Asylbewerber wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 33-jährige Afghane im August 2016 im Asylbewerberheim in Hoyerswerda aus Eifersucht das Gesicht seiner Frau (25) in ein Kissen gedrückt hatte, um sie aus niedrigen Beweggründe zu töten, hieß es am Freitag in der Urteilsbegründung. Er habe der Mutter seiner vier Kinder das Lebensrecht abgesprochen, weil sie sich ihm nicht länger unterwerfen wollte, sagte der Kammervorsitzende.
Zum Prozessauftakt hatte der Mann die Tat bestritten und einen epileptischen Anfall - in seiner Sprache Farsi sagt er «vom Teufel besessen» - für den Tod verantwortlich gemacht. Das widerlegte ein Gutachter.
Auch Zeugen gaben an, dass es häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen dem Ehepaar gekommen sei. Sogar der Vater in der afghanischen Heimat sollte auf Initiative des Angeklagten mit der Tochter telefonisch ein ernstes Wort reden. Hintergrund der Tat sollen Trennungsabsichten der Ehefrau gewesen sein, von denen der Angeklagte erfahren habe, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch habe die Getötete Kontakte zu anderen Männern aufgenommen.