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Filterblasen - so werden wir alle manipuliert

07.02.2017 von

Jeder bekommt genau das, was er haben möchte und was zu ihm passt. Denn niemand kauft ja Dinge, die er nicht braucht – zumindest in den meisten Fällen. ;-) Warum sollte das denn auch bei Nachrichten und anderen Informationen anders sein.

Bereits im letzten Jahr haben soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Xing die Zeitungen und Nachrichtenportale als Informationsquelle überholt. (Quelle) In den USA informieren sich ca. 50 Prozent der jungen Menschen unter 35 Jahren ausschließlich über Soziale Netzwerke. (Quelle)

Diese Entwicklung ist auch eine riesige Herausforderung für etablierte Medien. Denn jetzt müssen plötzlich Geschäftsmodelle entwickelt werden, die Facebook & Co. einbeziehen. Das dürfte vielen Verlagen extrem schwerfallen, da es ja bis heute noch keine wirklich tragbaren Modelle für viele News-Portale gibt.

Das, was Facebook so attraktiv für viele Nutzer macht, ist, dass der Nachrichtenkonsum extrem einfach ist, irgendwie nebenher geschieht, weil man sowieso durch die Timeline scrollt und der Algorithmus dafür sorgt, dass man die Inhalte bekommt, die zu einem passen.

Jeder Algorithmus merkt sich, was der Nutzer gelesen, geklickt, geliket oder kommentiert hat und unterstellt dadurch ein gesteigertes Interesse an bestimmten Themen. Als Folge dessen, bekommt man immer mehr von diesen Themen. Über die Zeit füllt sich die ganz persönliche Timeline auf Facebook nur noch mit „meinen“ Themen. Es entsteht eine Filterblase, die weiter von unzähligen seriösen und unseriösen Nachrichtenquelle befüllt wird. Diese Filterblase lässt mich nun glauben, dass sich die ganze Welt nur noch um meine Themen dreht.  Genau hier liegt die große Gefahr – auch gesellschaftlich.

Es entstehen zum Beispiel Filterblasen wie „Alles ist schlecht wegen der Flüchtlinge“ oder „Integration funktioniert, wenn wir nur alle richtig lieb sind“. Aber weder die eine noch die andere Filterblase bildet das wahre Leben ab und leider bekommen die von ihrer Filterblase umschlossenen Nutzer fast nichts von den anderen Themen mit, wenn man sich nicht bewusst entscheidet. Die Welt ist weder schwarz noch weiß, sie ist grau oder auch bunt.

Um diese digitalen Filterblasen zum Platzen zu bringen, müssen wir uns alle an die Nase fassen und uns öffnen. Falls wir das nicht machen, werden wir weiter durch die eine oder andere Seite beeinflusst und manipuliert.

Dinge anders zu machen erfordert Mut, denn wenn meine Facebook-Freunde sehen, dass ich andere „nicht konforme“ Inhalte like, könnte mein Ansehen leiden. Diese Angst ist nachvollziehbar. Tipp: Einfach ein neues Facebook-Profil anlegen und bewusst andere Inhalte und Medien liken. Versuch macht klug. ;-)

Mehr zum Thema: Facebook Filterblase Internet Manipulation Bundestagswahlkampf Twitter Xing Social Media Soziale Medien

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