Die sächsische Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sieht im Freistaat keine Probleme mit bezahlbarem Wohnraum. «Wir sind in Sachsen, nicht in München oder Hamburg», betonte der Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw), Rainer Seifert, am Mittwoch. Die Miete liege in Sachsen im Schnitt bei 5,40 Euro pro Quadratmeter. Auch in Dresden und Leipzig gibt es aus Sicht der Verbände keinen angespannten Wohnungsmarkt.
Der vdw, der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) sowie der Landesverband Sächsischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Haus & Grund kritisierten die Wohnungspolitik und warnten eindringlich vor einer Mietpreisbremse in Dresden und Leipzig. Die Mietpreise rechtfertigten keine solchen Beschränkungen, so VSWG-Vorstand Mirjam Luserke. In Sachsen hatten sich CDU, Grüne und SPD im Koalitionsvertrag darauf verständigt, das Instrument zu ermöglichen.
Allein in Leipzig stünden 3500 fertig sanierte und vermietbare Genossenschaftswohnungen leer, in Dresden seien es rund 1000. Im Schnitt beträgt der Leerstand in Sachsen den Angaben zufolge 9,5 Prozent - in den Großstädten liegt er deutlich darunter, auf dem Land oft darüber.