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Zahl der Schlaganfall-Behandlungen in Kliniken steigt

Ein Rettungswagen fährt über die Straße. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Ein Rettungswagen fährt über die Straße. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn plötzlich nicht mehr richtig durchblutet - etwa weil ein Gerinnsel eine Ader verstopft. Auch in Sachsen sind jährlich Tausende betroffen - Tendenz steigend.

Die sächsischen Krankenhäuser behandeln jedes Jahr Tausende Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall. Die Zahl der stationären Behandlungen steigt teilweise, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zum Weltschlaganfalltag an diesem Freitag ergeben hat.

Das Klinikum Sankt Georg in Leipzig etwa registriert einen leichten Anstieg derjenigen, die mit einem Schlaganfall aufgenommen werden. Lag die Zahl 2019 noch bei gut 690 Patienten, waren es im vergangenen Jahr gut 100 mehr. «Aufgrund des demografischen Wandels und damit Erreichen eines höheren Alters der Gesellschaft nimmt die Anzahl der Hirninfarkte stetig zu», heißt es vom Klinikum.

Das Uniklinikum Leipzig behandelt auf seiner Schlaganfall-Spezialstation pro Jahr rund 1000 Menschen. «Das Spektrum reicht von Fällen mit nur vorübergehenden Beeinträchtigungen bis hin zu schweren Verläufen mit dauerhaften Einschränkungen», sagte Oberarzt Dominik Michalski laut Mitteilung. Das Klinikum Chemnitz zählte 2020 knapp 1650 Patienten mit der Erkrankung.

Das Schlaganfall-Netzwerk Ostsachsen, zu dem auch das Uniklinikum Dresden gehört, registriert pro Jahr gut 6800 Betroffene. Die Zahl der Patienten bleibe weitgehend konstant, heißt es von der Uniklinik. Jedoch steige die Zahl derjenigen, die mit einer Endovaskulären Schlaganfalltherapie behandelt werden. Bei dieser Methode werden Miniatur-Werkzeuge in die Gefäße des Patienten eingeführt, um die verschlossene Ader, die den Schlaganfall ausgelöst hat, wieder zu öffnen. Sie gilt als schonend und wird nur in Spezial-Krankenhäusern durchgeführt.

Die steigende Zahl der Spezialbehandlungen spricht laut Uniklinik unter anderem für eine bessere Zusammenarbeit der Kliniken in der Region. Patienten würden in der Folge schneller in die Spezialkliniken überwiesen.

Auch das Klinikum Sankt Georg, das mit Partnerkliniken im telemedizinischen Netzwerk Nordwestsachsen (TESSA) zusammenarbeitet, verweist auf eine bessere Kooperation der Krankenhäuser. Durch Videoberatung könnten Patienten in Echtzeit von Ärzten aus Kliniken mit neurologischer Fachkompetenz erstversorgt werden.

Hinzu komme eine größere Sensibilisierung in der Gesellschaft für Schlaganfallsymptome. So könnten auch Laien mit Hilfe eines einfachen Tests erkennen, ob jemand einen Schlaganfall habe: Demnach sollen Patienten mit Verdacht auf einen Hirninfarkt die Stirn runzeln, beide Arme horizontal in die Luft strecken und einen Satz nachsprechen. Fallen eine Asymmetrie im Gesicht, eine einseitige Schwäche der Arme oder Probleme beim Sprechen auf, sollte der Notarzt gerufen werden.

UKD zu Endovaskulärer Schlaganfalltherapie

Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zum Weltschlaganfalltag

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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