Das Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen schätzt den Rechtsextremismus weiterhin als größte Gefahr für die Gesellschaft ein. Im Jahresbericht 2021 wird der Szene eine «hohe Reaktions- und Mobilisierungsgeschwindigkeit» bescheinigt. Zudem sei eine weitere Radikalisierung festzustellen, sagte Behördenchef Dirk-Martin Christian am Dienstag in Dresden. «Rechtsextremisten bestärken einander zunehmend in geschlossenen Chat-Gruppen in den sozialen Medien in ihren Überzeugungen und entwickeln dort Revolutions- und Verschwörungsfantasien», heißt es im Bericht. Außerdem sinke die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden.
Die Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen ist im Bericht mit 4350 angeben und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 4800. Der Rückgang wird darauf zurückgeführt, dass der «Flügel» in der AfD nach einem Gerichtsurteil nicht mehr im Bericht geführt werden darf. Mit den «Freien Sachsen» und Pegida kamen aber zwei weitere Betätigungsfelder für den Verfassungsschutz in Sachsen dazu.
Die «Freien Sachsen» werden als organisierte Gruppierung von Neonazis, NPD-Funktionären und weiteren Angehörigen und Sympathisanten charakterisiert. Bei Pegida sieht der Verfassungsschutz unter anderem den Versuch, mit extremen Positionen immer tiefer in die Mitte der Gesellschaft einzudringen und Muslime anzufeinden.