Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping hat angesichts einer schlechten Stimmung in Teilen der Gesellschaft an gemeinsame Werte appelliert. «Der Glaube an etwas Gemeinsames mag uns im Moment manchmal fehlen. Aber die Idee, gemeinsam für etwas einzustehen, hat weiterhin Strahlkraft», sagte die SPD-Politikerin am Freitagabend bei der Veranstaltungsreihe «Bautzener Reden» im Dom St. Petri der ostsächsischen Stadt. Am Samstag warnte Köpping zudem bei einem Spitzentreffen der Ost-SPD in Frankfurt (Oder) vor den Rentenplänen der CDU. Die 65-Jährige ist Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl im Herbst.
Ihre Rede in Bautzen hatten sie unter das Motto «Damit die Wut uns nicht zerreißt: Wer hält unsere Gesellschaft zusammen?» gestellt. Bei Gesprächen erlebe sie Menschen zunehmend erschöpft und verunsichert, vor allem in Ostdeutschland.
«Und warum sind gerade wir hier so sensibel? All diese Krisen und Konflikte sind bei uns hier im Osten besonders durch die Nachwendezeit geprägt: Das Gefühl der Unsicherheit trifft im Osten Deutschlands auf ein Grundgefühl einer entsicherten Gesellschaft», betonte Köpping. Insgesamt stehe man im Osten noch immer auf einem wackeligeren Boden als etwa in West- oder Süddeutschland. «Wenn die Preise steigen, dann trifft das den Osten besonders hart: Denn die Einkommen im Osten sind immer noch geringer als im Westen. Zudem haben die Menschen in Ostdeutschland weniger Vermögen in der Hinterhand. Das fördert die Unsicherheit.» Im Osten tue etwa eine hohe Nebenkostenabrechnung besonders weh.