Nach einer aktuellen Studie schätzen die meisten jungen Menschen in Sachsen ihre eigene Lebenssituation positiv ein. Allerdings fühlte sich ein Großteil während der Corona-Pandemie nicht ausreichend berücksichtigt und hätte sich mehr Unterstützung von der Politik gewünscht, wie das Sozialministerium in Dresden als Auftraggeber der Analyse am Donnerstag mitteilte. Zugleich befürchteten 67 Prozent und vor allem Jugendliche mit niedriger Bildung, dass sich durch die Pandemie ihre beruflichen Chancen deutlich verschlechterten.
«Kinder und Jugendliche dürfen nicht Leidtragende von Krisen sein», kommentierte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) die Ergebnisse. Nötig sei eine krisenfeste Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe, auch in der aktuellen Energiekrise.
Laut der Studie sind Jugendliche in Dörfern und Kleinstädten weniger zufrieden mit den Freizeitmöglichkeiten (50 Prozent) als Gleichaltrige in Großstädten (71 Prozent). 14 Prozent der Befragten auf dem Land beklagen einen Mangel an Jugendtreffs und -clubs, aber nur 7 Prozent der Großstädter. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) möchte größere Vielfalt an attraktiven, wohnortnahen Freizeitangeboten, jeder Zehnte mehr öffentliche Sport- und Spielplätze und 8 Prozent mehr Jugendzentren und Treffpunkte. Die Wünsche sind auf dem Land stärker als in Großstädten, auch eine bessere Verkehrsanbindung wird dort doppelt so häufig gefordert.