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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Kaltschnäuzig und widerstandsfähig: Der Schneefloh

Von wegen Winterschlaf: Während viele Tiere in diesen Tagen im Tiefschlaf ausharren, fühlt sich der Schneefloh (Boreus hyemalis) quicklebendig. Die Heinz Sielmann Stiftung informierte am Freitag über ein Insekt, dass mit frostigen Temperaturen bestens zurechtkommt und vor allem zwischen Oktober und März aktiv ist. Beim Paaren haben es Schneeflöhe überhaupt nicht eilig. Sie ließen sich auch deshalb gut beobachten, weil die Paarung bis zu zwei Tage dauere, berichtete der Biologe Jörg Müller, der die bis zu fünf Millimeter großen Tiere beispielsweise in der Döberitzer Heide oder der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg studiert. Schneeflöhe sind auch in Sachsen verbreitet, so in der Königsbrücker und der Dübener Heide.

Auch wenn mehrere Insektenarten als Schneefloh bezeichnet werden, ist der Boreus hyemalis ein Vertreter der Schnabelfliegen und ein ferner Verwandter von Ameisenlöwe und Florfliege, hieß es. Äußerlich ähnele er mit den angewinkelten Hinterbeinchen und dem langen Gesicht einer kleinen Heuschrecke. Unter der Schneedecke sei er vor hartem Frost geschützt. Dank eines körpereigenen Frostschutzmittels könne er die Körpertemperatur bis auf minus sechs Grad Celsius absenken. Wenn die Sonne scheine, kämen Schneeflöhe auch mal aus dem Schnee heraus, um ihren schwarzen Körper zu wärmen. Schnee erhöhe ihre Sprungkraft auf das Dreifache - dann könnten sie fast anderthalb Meter weit springen.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH