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Tourismuschefin will Staatsvertrag für Lausitzer Seenland

Ein Leuchtturm steht im Klittener Hafen am Bärwalder See. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Ein Leuchtturm steht im Klittener Hafen am Bärwalder See. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Einst Tagebauwüste, lockt die Lausitz heute mit der größten von Menschen geschaffenen Wasserlandschaft Europas. Das Seenland ist nicht nur für Freizeitkapitäne ein Hotspot - und wird touristisch länderübergreifend vermarktet.

Das Tempo der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes zwischen Sachsen und Brandenburg wird aus Sicht des Tourismusverbandes durch die doppelte Zuständigkeit gebremst. «Für den Gast sind Ländergrenzen irrelevant», sagte Geschäftsführerin Kathrin Winkler der Deutschen Presse-Agentur zum zehnjährigen Jubiläum des Verbandes. Daher müsse das als ein Projekt behandelt werden. «Hier wünsche ich mir einen Staatsvertrag, der die Zusammenarbeit einfacher macht», sagte sie, etwa im Bereich der Fördermittel. «Manches geht aktuell nur mit sehr viel gutem Willen der Behörden.»

Der Verband agiere länderübergreifend, habe für das Projekt alle kommunalen Partner und sehr viele private Investoren gewonnen und Einigkeit im kommunalen Bereich, bilanzierte Winkler das Erreichte. «Die touristische Bekanntheit liegt mittlerweile bei 38 Prozent und das ist für einen Newcomer sehr beachtlich.» Wichtig war und sei, aus der Landschaft stillgelegter Braunkohletagebaue ein Lebensumfeld für die Bevölkerung zu schaffen, auch mit neuer Industrie und neuen Jobs, die angesiedelt werden müssen.

«Die Region wurde in den letzten Jahrzehnten stark gefordert, über Jahrzehnte als Energielieferant genutzt», sagte Winkler. Die Lausitz benötige nun eine wirkliche Alternative - «und da muss die Politik zu ihren Versprechen stehen». Da es für sie nicht der erste Strukturwandel sei, brauche es einen sensiblen Umgang mit dem Thema. Das Seenland stehe mit seinem «Wandel vom Bergmann zum Seemann» wie kein anderer Teil der Lausitz dafür. Es müsse gelingen, ihn positiv zu gestalten, «in der Landschaft und in den Köpfen».

Dabei setzt der Tourismusverband inzwischen auch auf Gäste außerhalb des Sommers, wo Camper, Radfahrer, Wassersportler und Freizeitkapitäne die gefluteten und renaturierten Tagebaue bevölkern. «Das Thema ist eine der Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte», sagte Winkler. In der Saison sei die Nachfrage hervorragend, «aber davon kann ein touristischer Anbieter kaum überleben». Wanderrouten sollen auch in der kalten Jahreszeit Naturgenießer und Ruhesuchende locken.

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