2026 wird zum Rekordjahr für Dresdens Verkehrsinfrastruktur: Die Stadt startet eine noch nie dagewesene Zahl an Großprojekten parallel. Allein in diesem Jahr stehen 59,6 Millionen Euro für grundhafte Straßenbauprojekte und 48,5 Millionen Euro für grundhafte Brückenbauprojekte bereit. Baubürgermeister Stephan Kühn spricht von einem "großen Kraftakt – finanziell, personell und logistisch".
Baubürgermeister Stephan Kühn (Mitte) und die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes Simone Prüfer (links) stellten am Montag die Infrastrukturprojekte der Stadt Dresden für 2026 und die kommenden Jahre vor. Foto: CdH
Campuslinie: Hauptbauarbeiten beginnen im Juni
Am 1. Juni 2026 starten die Hauptbauarbeiten an der Campuslinie im Abschnitt Nossener Brücke und Nürnberger Straße. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Mai 2031 andauern. Bereits im Februar 2026 finden vorbereitende Baumfällungen im Umfeld statt. Als Ausgleich sind umfangreiche Neupflanzungen vorgesehen: Entlang der Nürnberger Straße entstehen neue Baumreihen, Gehölz- und Grünflächen, die der Straße künftig einen deutlich erkennbaren Alleecharakter verleihen sollen. Parallel dazu wird der Mediendüker im Sommer 2026 in Betrieb gehen und im Herbst vollständig fertiggestellt.
Königsbrücker Straße Süd: Start im September
Im September 2026 beginnt der Bau der Königsbrücker Straße Süd, der bis April 2030 andauern wird. Im Sommer 2026 findet zuvor eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung statt. Während der Bauzeit wird die Straße halbseitig gesperrt, auf der anderen Seite soll möglichst eine Spur pro Richtung aufrechterhalten bleiben.
Blaues Wunder: Zweite Hälfte ab Oktober in Sanierung
Ende Oktober 2026 startet die Sanierung der Blasewitzer Hälfte des Blauen Wunders, die bis Ende 2030 dauern wird. Auf der Loschwitzer Hälfte läuft die Sanierung bereits seit Mai 2025 und endet 2029. Während der gesamten Bauzeit kann je eine Fahrspur pro Fahrtrichtung genutzt werden. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ist die Nutzung der Brücke mittelfristig gesichert.
Tunnel Wiener Platz: Sicherheit wird auf aktuellen Stand gebracht
Ende 2026 beginnt die Neuausrüstung des Tunnels Wiener Platz. Die derzeitige Tunneltechnik entspricht nur den Minimalanforderungen aus dem Jahr 2002 – eine Anpassung an aktuell geltende Sicherheitsvorgaben ist daher dringend notwendig.
Weitere Projekte
Neben den Großvorhaben werden auch kleinere Projekte wie der Umbau der Blumenstraße in der Johannstadt angegangen. Baubürgermeister Stephan Kühn betont: "So viel Geld wie in diesem und in den nächsten Jahren haben wir noch nie in die Verkehrsinfrastruktur gesteckt. Das ist ein klarer Investitionsschwerpunkt und es ist richtig: Eine gute Infrastruktur ist Voraussetzung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität in unserer Stadt."