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200 Jahre Fotografie: Dresdner Künstler zeigt historisches Verfahren in den Technischen Sammlungen

Gilt als erstes Foto der Welt: der "Fensterblick" von  Joseph Nicéphore Niépce. Eigentum Harry Ransom Center's Gernsheim Collection, University of Texas in Austin.
Gilt als erstes Foto der Welt: der "Fensterblick" von Joseph Nicéphore Niépce. Eigentum Harry Ransom Center's Gernsheim Collection, University of Texas in Austin.

Die Technischen Sammlungen Dresden präsentieren ab dem 1. Februar 2026 eine besondere Ausstellung über die Heliografie, die das 200-jährige Jubiläum des ersten Fotos würdigt. Erleben Sie die Kunst und Technik hautnah.

Vor genau 200 Jahren entstand das erste Foto der Welt: Der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niépce nahm 1826 mit einer Camera Obscura den berühmten "Fensterblick" aus seinem Atelierfenster in Südfrankreich auf. Anlässlich dieses Jubiläums präsentieren die Technischen Sammlungen Dresden ab 1. Februar 2026 eine besondere Kabinettausstellung mit Werken des Dresdner Fotografen Thomas Bachler, der das historische Verfahren der Heliografie wiederbelebt.

Was ist Heliografie?

Heliografie bedeutet wörtlich "Sonnenzeichnung" und ist das fotografische Verfahren, das Niépce selbst entwickelte. Dabei wird eine lichtempfindliche Emulsion aus fein pulverisiertem Naturasphalt und Lavendelöl als dünne Schicht auf eine Metallplatte gepinselt und über viele Stunden dem Sonnenlicht ausgesetzt. Stark belichtete Partien härten aus, die übrigen Bereiche bleiben weich und können abgewaschen werden. Ursprünglich entwickelte Niépce das Verfahren, um Druckvorlagen auf Lithographiesteine zu übertragen. Als Fotoverfahren geriet es jedoch in Vergessenheit – Niépces Fensterblick von 1826 ist heute die einzige heliografische Fotografie, die ihm zugeordnet werden kann.

Einer der wenigen Künstler weltweit

Thomas Bachler gehört zu den ganz wenigen Künstlern, die sich intensiv mit den Möglichkeiten dieser archaischen Technik befassen. In der Ausstellung werden heliografische Aufnahmen aus seinen Serien "Ein Glas Wasser" und "Straßenlaub" sowie Tiefdrucke aus der Serie "Gestalten" präsentiert. Bachler nutzt die lichtempfindlichen Platten zum Aufnehmen von Fotografien mit der Kamera oder für die Anfertigung von Fotogrammen.

Eine von Thomas Bachlers Heliographien: "Wasserglas". Foto: Thomas Bachler

Alle diese Bilder sind somit Unikate – es gibt sie nur ein einziges Mal. In der Serie "Am Fluss" nutzt er das Verfahren, um Fotografien auf eine Tiefdruckplatte zu übertragen.

Besonderes Highlight zur Vernissage

Ein besonderes Erlebnis erwartet die Besucherinnen und Besucher bei der Eröffnung am 1. Februar um 15 Uhr: Der Künstler wird live eine heliografische Aufnahme entwickeln, die derzeit in Langzeitbelichtung vom Ernemann-Turm der Technischen Sammlungen aufgenommen wird. So können Gäste hautnah erleben, wie das 200 Jahre alte Verfahren funktioniert.

Praktische Informationen

  • Ausstellung: "Thomas Bachler. Heliografien"
  • Eröffnung: 1. Februar 2026, 15 Uhr
  • Ort: Technische Sammlungen Dresden
  • Besonderheit: Live-Entwicklung einer Heliografie bei der Vernissage

Begleitprogramm

Am 21. März um 15 Uhr findet eine Buchvorstellung mit Künstlergespräch statt. Dr. Agnes Matthias, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Deutschen Fotothek Dresden, kommt mit Thomas Bachler über die Technik der Heliografie und die Entwicklung der Fotografie ins Gespräch. Dabei wird das Verfahren auch praktisch demonstriert. Zudem wird die neu erscheinende Publikation "Thomas Bachler. Heliografien" mit Texten von Dr. Agnes Matthias und Thomas Bachler (deutsch/englisch) vorgestellt.

Die Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, ein historisches fotografisches Verfahren zu entdecken und zeitgenössische Kunst zu erleben, die Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise verbindet.

Unterstützt von:

DieSachsen.de