Wie war es, in der DDR aufzuwachsen – und wie fühlt es sich an, heute in der Bundesrepublik zu leben? Welche Träume, Brüche und Wendepunkte prägen ein Leben, das von zwei politischen Systemen beeinflusst wurde? Diesen Fragen widmet sich eine besondere Lesung im Stadtarchiv Dresden: Am Dienstag, dem 10. Februar 2026, um 18 Uhr sind Interessierte herzlich eingeladen, in der Elisabeth-Boer-Straße 1 neun Dresdner Frauen zu begegnen, die in ihrem Buch „Das halbe Leben ganz“ ihre persönlichen Geschichten erzählen.
Die Autorinnen verbindet eine gemeinsame biografische Erfahrung: das Leben in der DDR – von der Kindheit über Jugendjahre bis ins Erwachsenenalter. In einer selbstorganisierten Erzähl- und Schreibgruppe haben sie über viele Jahre hinweg ihre Erinnerungen geteilt, reflektiert und literarisch verarbeitet. Entstanden ist ein facettenreiches Buch, das nicht nur vom Alltag in einem untergegangenen Staat berichtet, sondern auch von Aufbrüchen, Brüchen und dem Ankommen in einem neuen System.
Dabei wird deutlich: So ähnlich die Ausgangsbedingungen waren, so unterschiedlich verliefen die Lebenswege. Manche fanden früh ihren Platz, andere mussten Umwege gehen, um bei sich selbst anzukommen. Die Lesung bietet Raum für diese Stimmen, für ihre Erfahrungen, Zweifel, Hoffnungen – und für den Austausch mit dem Publikum. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.