Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus am Otto-Dix-Ring sind am Samstagnachmittag im Dresdner Stadtteil Strehlen neun Menschen verletzt worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Gegen 16:55 Uhr gingen in der Leitstelle zahlreiche Notrufe ein. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, drang dichter schwarzer Rauch aus den Fenstern mehrerer Etagen. Unbekannte hatten nach bisherigen Erkenntnissen Kinderwagen, Roller und Fahrräder im Keller in Brand gesetzt.
Dramatische Rettungsaktion
Im verrauchten Treppenhaus stießen die Retter auf mehrere Personen, die bereits Rauchgase eingeatmet hatten. An den Fenstern machten sich weitere Bewohner bemerkbar. Besonders dramatisch: Eine Familie im dritten Obergeschoss hielt den Einsatzkräften ihr Kind aus dem Fenster entgegen. Das Kind wurde mit dem Korb einer Drehleiter gerettet.
Die Feuerwehr setzte eine Drehleiter zur Rettung von Menschen aus höheren Etagen ein. Foto: Feuerwehr Dresden
Insgesamt retteten die Einsatzkräfte 15 Menschen aus dem Gebäude. Neun Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Aufgrund der Vielzahl der Verletzten wurde ein "Massenanfall von Verletzten" (MANV) ausgelöst und ein Krankenhausvoralarm aktiviert.
Gebäude unbewohnbar
Die Feuerwehr löschte den Brand zügig mit einem Strahlrohr und entlüftete anschließend das Treppenhaus mit Hochleistungslüftern. Das Gebäude ist wegen der hohen Schadstoffkonzentration sowie starker Verrußung bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Die meisten Bewohner kamen bei Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen unter. Drei Personen brachten die Einsatzkräfte mit einem Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe in eine Notunterkunft. Während des Einsatzes stand der Bus zur Betreuung der Betroffenen bereit.
Der Otto-Dix-Ring war vollständig gesperrt. Rund 90 Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr, mehrere Rettungswachen, das Kriseninterventionsteam sowie Führungsdienste waren im Einsatz. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen. Angaben zum Sachschaden liegen noch nicht vor.