Dresden baut ab Frühjahr 2026 ein gesamtstädtisches kommunales Energiemanagement auf. Der Stadtrat hatte das Projekt am 13. Juni 2024 beschlossen, nun geht es in die Umsetzung. Mit einer Bundesförderung von etwa 700.000 Euro über drei Jahre sollen die städtischen Gebäude energetisch optimiert werden – ohne große Investitionen, sondern durch intelligente Betriebsanpassungen. Das Einsparpotenzial liegt bei 10 bis 20 Prozent der Energiekosten.
Drei Ämter starten gemeinsam
Das kommunale Energiemanagement startet ab Frühjahr 2026 zunächst in drei Bereichen: dem Amt für Schulen, dem Straßen- und Tiefbauamt sowie dem Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung. Diese drei Ämter betreuen einen Großteil der städtischen Gebäude – von Schulen über Verwaltungsgebäude bis zu Kultureinrichtungen und Straßeninfrastruktur.
Ziel ist der Aufbau eines gesamtstädtischen Energiemanagements mit Zertifizierung. Die Projektzeit mit Bundesförderung beträgt drei Jahre, danach soll das Energiemanagement als dauerhafte Struktur in der Stadtverwaltung etabliert sein.
10 bis 20 Prozent Einsparung durch nicht-investive Maßnahmen
Das Besondere am kommunalen Energiemanagement: Die Einsparungen werden nicht durch teure Investitionen wie den Austausch von Heizungen oder die Dämmung von Gebäuden erzielt, sondern durch sogenannte nicht-investive Maßnahmen. Dazu gehören:
- Heizungsoptimierungen: Feinabstimmung von Vorlauftemperaturen, Heizzeiten und Regelungstechnik
- Betriebsanpassungen: Anpassung der Raumtemperaturen an tatsächliche Nutzungszeiten
- Nutzersensibilisierung: Schulung von Hausmeistern, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitenden im energiebewussten Umgang mit Gebäudetechnik
- Monitoring: Kontinuierliche Überwachung der Energieverbräuche und schnelle Reaktion bei Auffälligkeiten
Diese Maßnahmen können laut Studien 10 bis 20 Prozent der Energiekosten einsparen – bei vergleichsweise geringem Aufwand. Für eine Stadt wie Dresden mit hunderten städtischen Gebäuden bedeutet das jährliche Einsparungen im sechsstelligen Bereich.
Zertifizierung als Qualitätssiegel
Ein wichtiges Ziel des Projekts ist die Zertifizierung des kommunalen Energiemanagements. Damit weist Dresden nach, dass das Energiemanagement nach professionellen Standards aufgebaut ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Zertifizierung ist auch Voraussetzung für bestimmte Förderprogramme.
Von der Schule bis zur Straße: Breites Einsatzspektrum
Das Energiemanagement umfasst ein breites Spektrum städtischer Gebäude und Infrastruktur:
- Schulen: Oft die größten Energieverbraucher im kommunalen Bestand, mit hohem Einsparpotenzial
- Verwaltungsgebäude: Neues Rathaus, Stadtforum, Ortschaftsverwaltungen
- Kultureinrichtungen: Museen, Theater, Bibliotheken
- Sportanlagen: Sporthallen, Schwimmbäder
- Straßenbeleuchtung: Optimierung der Beleuchtungszeiten und -intensitäten
Durch die Beteiligung von drei Ämtern wird das Energiemanagement von Anfang an breit aufgestellt. Erfahrungen aus einem Bereich können auf andere übertragen werden.
700.000 Euro Bundesförderung über drei Jahre
Die Bundesförderung von etwa 700.000 Euro über drei Jahre deckt vor allem Personalkosten für Energiemanager, Software-Lizenzen für Monitoring-Systeme sowie Schulungen ab. Nach Ablauf der Förderung soll das Energiemanagement aus den eingesparten Energiekosten refinanziert werden – ein Modell, das sich in vielen Kommunen bewährt hat.
Klimaschutz und Kostensenkung
Das kommunale Energiemanagement verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlichem Handeln: Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger CO2-Emissionen und gleichzeitig niedrigere Kosten für die Stadt. In Zeiten knapper Kassen ein doppelter Gewinn.
Dresden reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Kommunen ein, die durch professionelles Energiemanagement ihre Gebäude effizienter betreiben. Der Start im Frühjahr 2026 ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Stadtverwaltung.