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Dein Sachsen lädt...

Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Wenn Jesus den Riesenkürbis nicht besiegt hätte ...

... oder eine Geschichte über die Reformation und Halloween !?

'Hätte Jesus den Riesenkürbis nicht besiegt, wäre wohl keiner von uns heute hier.'


Jaaaa, es stimmt: der Witz mit dem Riesenkürbis dürfte wohl schon allen bekannt sein, die auf Facebook unterwegs sind. Für alle, die ihn hier zum ersten Mal gelesen haben: nun kennt ihr ihn auch! Check. 

1517 war dieser Witz wohl kaum Bestandteil der 95 Thesen, die Luther an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hat. Der Reformator Martin Luther griff zwar nicht zu Hammer und Nagel, um die Thesen an der Tür zu befestigen, doch wird dieser Tag maßgeblich als Ursprung der evangelischen Kirche angesehen. Viele Menschen wandten sich vom Papst und der katholischen Kirche ab, deren Ablasshandel, also das Freikaufen von Sünden, laut Luther mehr schlecht als recht war. 

Allein durch den Glauben sei das Vergeben von Sünden möglich, schreibt Luther in einer seiner Schriften. 


Doch warum feiern viele Halloween? 

Hat sich Luther beim Thesenanschlag verkleidet, aß er gern Kürbis oder sollte dieser Tag ein Schreckenstag sein? 


Am 31.10. schlug nicht nur Luther vor 500 Jahren seine Thesen an, auch Halloween > All Hallows Eve < (der Abend vor Allerheiligen) wurde an diesem Tag durch die alten Kelten in Irland ins Leben gerufen. Zu damaliger Zeitrechnung war dies der Tag des Sommerendes und der Beginn des Winters. Mit dem kalten, kühlen Winter verbanden die Menschen Dunkelheit und Tod. 

Durch ihre unzähligen gruseligen Verkleidungen wollten sie den wohl anwesenden Tod überlisten und ihn glauben lassen, sie seien bereits tot. Er müsse sie also nicht Heim holen und könne mit all seinen Geistern wieder verschwinden. 

Mit gregorianischer Zeitrechnung wurde dieser Brauch schlussendlich auch auf den 31.10. gelegt. 


Der Kürbis hingegen entstand erst einige Zeit später, als der Brauch der Kelten nach Amerika gelangte. Der Schurke Jack O. überlistete den Teufel an mehreren Abenden vor Allerheiligen zwei mal zu viel, sperrte diesen ein und erpresste ihn. Er bat den Teufel seine Seele nach seinem Tod, trotz schlimmer Taten nicht in die Hölle zu schicken. Da dieser sonst nicht frei gekommen wäre, versprach er Jack O. dies.

Als Jack O.'s Zeit gekommen war, stand er vor den Toren des Himmels. Doch niemand hatte ihm jemals versprochen statt in die Hölle, in den Himmel zu kommen. Also waren ihm beide Wege versperrt. Aus Mitleid gab ihm der Teufel ein Stück Kohle aus der Hölle, um damit als Untoter durch die Welt wandeln zu können.

Damit die Kohle nicht verglühte, legte Jack O. sie in eine ausgehöhlte Karotte und wandelte damit einsam umher. 


Das später aus einer Karotte ein Kürbis entstand, liegt anhand der Farbe und des Vorkommens von Kürbissen in Amerika, nahe. Um die bösen Geister weiterhin abzuschrecken, wurden irgendwann möglichst gruselige Gesichter hineingeschnitzt. 

Die Reformation und Halloween haben also rein gar nichts miteinander zu tun. Was gefeiert wird, sei daher jedem selbst überlassen. 

Die Sachsen.de wünscht euch auf jeden Fall einen schönen Feiertag, den wir wohl wahrlich dem Thesenanschlag zu verdanken haben und außerdem ein wunderbares Halloweenfest.  

Bleibt alle süß und sauer. ;) 


Titelbild: Thomas Wolf 

Bild: Vanessa Böttger