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Stromspartipps zum Kühlen

19.03.2020 von

Foto: Bild von Steve Buissinne auf Pixabay
Im letzten Artikel habe ich Dir gezeigt, dass alles, bei dem Wärme frei wird, viel Energie benötigt. So kommt es, dass die Kühlung, nach dem Kochen, den zweitgrößten Stromverbrauch in Deinem Haushalt hat. Denn ein Kühlschrank funktioniert nach dem einfachen Prinzip, dass er Wärme aus dem Inneren des Kühlschrankes nach Außen transportiert. Also im Raum um den Kühlschrank herum wird es warm.

Dies geschieht mit Hilfe eines Wärmetauschers. Den äußeren Teil des Kühlsystems siehst Du als schwarze Rohre auf der Rückseite Deines Kühlschrankes, den inneren Teil als weiße Rohre, die z.B. im Tiefkühler offen, oben an der Decke zu sehen sind. Der Kühlschrank ist ziemlich dick ummantelt. Das siehst du schon an der Tür, die oft 5, oder mehr Zentimeter dick ist. Diese Ummantelung isoliert das Innere, so dass der Kühlschrank, im Falle eines Stromausfalls, mehrere Stunden seine Temperatur halten kann.

Öffnest Du den Kühlschrank selten, dann springt die Kühlung auch nur selten an. Hier habe ich Dir gerade die drei Knackpunkte beim Stromverbrauch des Kühlschranks beschrieben. Die Tür, denn darüber gelangt die meiste Wärme ins Innere, und die Rohre des Wärmetauschers innen und außen. Um Energie zu sparen gilt es, die Tür so lange wie möglich geschlossen zu halten, so wenig wie möglich Wärme in den Kühlschrank einzubringen, die dann wieder mühsam rausgeschafft werden muss. Halte außerdem die beiden Wärmetauscher so frei wie möglich, so dass sie auch Ihre Aufgabe gewissenhaft erledigen können.

Im Sommer kannst Du Dir die Kühlung eines Raums mit einer Klimaanlage übrigens genauso vorstellen, wie die eines großen Kühlschrankes. Der Raum ist das Innere des Kühlschrankes, die Klimaanlage der Wärmetauscher und an der Hauswand das Gegenstück, welches die Wärme nach außen abgibt. Klimaanlagen ohne Verbindungen nach draußen, arbeiten etwas anders. Doch auch mit diesen musst Du die gleichen Dinge beachten, wie beim Kühlschrank. Die Tür selten und nur kurz öffnen, das Gerät nicht zustellen usw..

Klimaanlagen-Wärmetauscher auf der Wand-Außenseite, die die Wärme aus dem Raum nach außen transportiert.1

Ich möchte mit Dir auch beim Kühlschrank den Stromverbrauch nahezu halbieren. Dazu habe ich Dir hier wieder die nötigen Maßnahmen, nach Wichtigkeit sortiert, aufgelistet.
Bis auf die gesondert gekennzeichneten Maßnahmen, dienen alle gelisteten Hinweise die Effizienz Deiner Nutzung des Kühlschrankes zu steigern. Konsistente Lösungsansätze sind für den deutschen Markt nicht verfügbar, bzw. wenig praktikabel, wie die Kühlung in Erdlöchern oder mittels Verdunstungsenergie, die stromfrei in Wüstengebieten funktionieren, doch wesentlich leistungsschwächer sind und meist nur außerhalb der Wohnung funktionieren.

Bei den folgenden Maßnahmen schreibe ich nur noch ‚Kühlschrank‘, meine aber gleichzeitig auch den Tiefkühlschrank. Viele Aspekte treffen auch für Deine Klimaanlage zu.

Wähle den richtigen Standort: 

  • Die Rückseite soll frei sein, also möglichst viel Abstand zur Wand haben.
  • Er sollte kalt stehen, z.B. an einer Außenwand Deiner Wohnung oder weit entfernt von der Heizung. (Durch die Abwärme senkt er sogar das Schimmelrisiko.)
  • Und entstaube die Lüftungsgitter. (Am besten dann, wenn Du auch den Kühlschrank abtaust.)
Bedenke, es muss so viel Luft, wie möglich, an den Rohren der Rückseite entlangfließen, denn mit dieser Luft wird die Wärme aus dem Inneren des Kühlschranks an den Raum abgeben.

Auch die Rohre auf der Innenseite des Kühlschranken müssen für die Luftzirkulation frei sein. Also taue Deinen Kühlschrank regelmäßig ab. Schon eine fünf Millimeter dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch um fast ein Drittel! Taue Deinen Kühlschrank also etwa zweimal im Jahr ab

Schließt der Kühlschrank dicht? Das erhöht den Stromverbrauch massiv. Um dies zu prüfen, kannst Du abends mal eine Taschenlampe anmachen, in den Kühlschrank legen und die Tür schließen. Schalte das Küchenlicht aus. Leuchtet es durch den Türspalt, muss die Dichtung der Kühlschranktür erneuert werden.

Stelle die richtige Temperatur ein. Sie beträgt im Kühlschrank 7 °C, im Gefrierschrank/-fach sind es
-18 °C. "Nur zwei Grad kälter und der Stromverbrauch des Kühlgeräts steigt um rund zehn Prozent", so die Deutsche Energie-Agentur. Also wenn es im Kühlschrank-Inneren an der Wand gefriert, ist er zu kalt eingestellt. Drehe den Regler ein wenig herunter, so bekommen auch Deine Speisen keine Frostschäden.

Befülle den Kühlschrank richtig. Nutze dabei die unterschiedlichen Temperaturzonen. Auf der Ablage über den Gemüsefächern ist es am kältesten. Hier werden leicht verderbliche Lebensmittel, wie Fleisch, gelagert. Ganz oben ist es am wärmsten, ideal für gekochte Speisen. Stell diese aber nie warm in den Kühlschrank, sondern lasse sie erst vollständig abkühlen. Als kleiner Geheimtipp, stell den Topf im Winter erst einmal auf den Balkon, so hat das Essen schneller die Kühlschranktemperatur. Umgekehrt sollte man tiefgekühlte Lebensmittel am besten im Kühlschrank auftauen.

Hole Deine tiefgekühlten Lebensmittel, die Du essen möchtest, am Abend vorher oder am Morgen aus dem Tiefkühler und taue sie im Kühlschrank auf. So muss nicht der Wärmetauscher anspringen, sondern das Aufzutauende übernimmt diese Aufgabe.

Halte die Tür geschlossen. Öffne sie immer nur so kurz wie möglich. Räume den Kühlschrank am besten immer nach dem gleichen System ein. Dann findest Du alles schnell. Apropos schnell, wenn Du kochst, sieh auf Deinem Rezept vorher nach, was Du aus dem Kühlschrank brauchst und hole alles auf einmal raus. Markiere Dir diese Zutaten auf dem Rezept doch mit einem Sternchen fürs nächste Mal.

Halte Deinen Kühlschrank immer voll. Wenn Du Deinen Kühlschrank zu groß gewählt hast, oder Du wieder kurz vor dem nächsten Einkauf stehst, stelle Dir ein paar leere Behälter hinein, z.B. Brotboxen, oder leere saubere Pfandflaschen. Diese sind, da leer schnell auf die passende Temperatur gekühlt, halten aber die kalte Luft auch beim Öffnen der Tür im Inneren. So dass nach dem Öffnen der Tür kaum Energie gebraucht wird, um wieder die ideale Innentemperatur zu erreichen.

Beim Kauf eines neuen Kühlschranks achte vor allem auf zwei Dinge:

  • Wähle die richtige Größe, der Trend geht zu übergroßen Kühlschränken. Diese bezahlst Du aber dreifach teuer, indem sie in der Anschaffung mehr kosten, der Stromverbrauch höher ist und sie immer chronisch leer aussehen und Du mehr einkaufst, als Du brauchst, damit sie eben nicht leer aussehen.
  • Und auf die Energieeffizienzklasse. Der Kühlschrank läuft das ganze Jahr, also ist es hier besonders lohnenswert ein paar Euro mehr bei der Anschaffung auszugeben, da diese meist schon im ersten oder zweiten Jahr durch die Einsparungen an Strom wieder drin sind.
Im Sommer bei der Nutzung Deiner Klimaanlage achte vor allem auf folgende drei Dinge:
  • Wähle den Standort so, dass die Luft zum Gerät frei strömen kann.
  • Halte Dich in einem kleinen Raum auf, dieser ist schneller und leichter gekühlt.
  • Wähle die Temperatur ca. 5 °C unterhalb der Außentemperatur. (Außen 32 °C à 27 °C einstellen.) Denn jedes Grad, welches im Raum weniger herunter gekühlt werden muss, spart bis zu 6 % Strom. Außerdem vermeidest Du, dass Du Dir wegen der Klimaanlage eine Erkältung holst.
    Als kleiner Fun-Fakt, in Malaysia (einem Land, in dem es fast immer um 32 °C warm ist,) kann man in manchen Arztpraxen den Hinweis lesen, dass Erkältungen von Klimaanlagen verursacht werden, denn anderweitig kann man sich dort kaum Unterkühlen. (Sage das doch auch mal in Deinem Büro weiter, hier wird gerne zu stark gekühlt.)

Wie beim Kochen sind die Vorteile, wie auch beim Kühlen, meist ökonomischer Art, denn richtig eingesetzte Geräte (geringere Nutzungsbelastung) verlängert deren Lebensspanne und das gezielte Einsetzen der Energie spart Strom und damit unmittelbar Stromkosten.

Als kleiner Tipp, fang langsam an und achte erst auf die wichtigsten Punkte und nach und nach dann auf alle. Am besten drucke Dir die Liste aus und hänge sie Dir an den Kühlschrank, so kannst Du immer mal einen Blick darauf werfen. Beobachte doch mal Deinen Stromzähler, dort solltest Du bald sehen, dass er langsamer nach oben zählt. Das ist für mich immer die beste Motivation.

Wenn Du all diese Tipps umgesetzt hast, dann sind die nächsten 10 % Einsparung Deines Stromverbrauchs geschafft. Weitere Prozente folgen in einer Woche mit der richtigen Nutzung Deiner TV- und Medien-Geräte.
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Umsetzen und freue mich auf Deine Rückmeldung.

Liebe Grüße
Dein Felix Pischel

Quellen:
  • Bild von Zoltan Matuska auf Pixabay

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