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Stromspartipps fürs Kochen und Backen

19.03.2020 von

Foto: Bild von sgrunden auf Pixabay
Jetzt geht es wieder ans umsetzen. Nachdem Du seit unserem letzten Artikel auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestiegen bist, geht es darum Deinen Strombedarf zu halbieren. Falls Du noch nicht umgestiegen bist, hole das fix noch nach, es dauert nur wenige Minuten,  bei Dich bei Deinem Stromanbieter auf den entsprechenden Tarif umzumelden.

Das Ziel der Blog-Reihe „Energie“ ist, Deinen Strombedarf zu halbieren. Es stellt sich die Frage:

Wieviel Strom verbrauchen wir Deutschen eigentlich im Durchschnitt?

Die Antwort ist schnell gegeben.
Als Einzelperson sind das im Schnitt 2229 kWh,
zu zweit 3202 kWh,
zu dritt, 4193 kWh,
zu viert 4955 kWh und
zu fünft 5928 kWh. 1

Jetzt sieh einmal nach, wieviel Du selbst verbrauchst. Bist Du bereits sparsamer als der Durchschnitt, oder ist bei Dir noch etwas rauszuholen? Du findest Deinen Jahresstromverbrauch auf der Jahresabrechnung Deines Stromanbieters. Notiere Dir den Wert, der auf der Abrechnung steht (z.B. 2500 kWh) und teile ihn durch zwei (2500 kWh/2= 1250 kWh). Das ist nun unser gemeinsames Ziel. Soviel kWh wie nun auf Deiner Rechnung stehen, wollen wir gemeinsam einsparen.

Jetzt wissen wir, wie viel es für unser Ziel einzusparen gilt. Doch wo fangen wir an zu sparen?

Wir beginnen mit dem Bereich, der die meiste Energie im Haushalt ausmacht und das ist, wie Du im Diagramm unten siehst, das Kochen.

Doch was in diesem Diagramm noch auffällt ist, dass alle energieintensiven Bereiche etwas mit dem Erhitzen zu tun haben, die Glühbirne beim Licht spenden, der Kondensator an der Kühlschrankrückseite usw.. Du kannst Dir als Faustregel merken, dass immer, wenn etwas warm wird, es auch viel Strom verbraucht. (auch der Laptop oder das Handy, die bei hoher Belastung warmlaufen)

Nachdem Du mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien, den Schritt Richtung konsistenter Stromnutzung gegangen bist, geht es nun um die Suffizienz. Also nur so viel Energie zu nutzen, wie nötig, um ein Gericht zu zubereiteten. Sowie die Steigerung der Effizienz, also der optimalen Nutzung der Geräte. Die Maßnahmen sind in diese beiden Kategorien unterteilt und nach Wichtigkeit sortiert, also oben sind jeweils die wichtigsten Maßnahmen gelistet.


Zeit-/Temperaturersparnis-Suffizienz

Je weniger Zeit Du Deinen Herd benutzt, bzw. je geringer Du ihn hochheizt, desto weniger Strom verbrauchst Du auch. Der Stromverbrauch wird in Wh angegeben, also Watt pro Stunde. Als Beispiel: Wenn Du eine 1000 Watt Mikrowelle für eine Stunde laufen lässt, hast Du 1000 Wh verbraucht. Brauchst Du nur 30 Minuten um, Dein Essen zu erwärmen, dann nur 500 Wh. Gleiches gilt, wenn Du statt 1000 Watt, 500 Watt bei der Mikrowelle einstellst und eine Stunde erhitzt. Dann verbrauchst Du ebenfalls nur 500 Wh. Auf das Jahr gesehen summieren sich so einige Wh.

Was kannst Du noch machen?

  1. Halte Deinen Kaffee mit Thermoskannen/Bechern warm, statt auf dem Heizfeld der Kaffeemaschine
  2. Schalte den Herd erst nach dem Aufsetzen des Topfes ein.
  3. Backen ohne Vorheizen spart bis zu 20% Energie. Oftmals steht es direkt auf den Zubereitungsempfehlungen. Ignoriere das einmal und sieh, wie das Ergebnis wird. Gut, da bin ich mir sicher, denn es ist bis auf seltene Ausnahmen unnötig vorzuheizen. Hier wird nur Energie verschwendet.
  4. Schalte den Herd bereits frühzeitig aus und nutzen die Restwärme. Das klappt hervorragend!
  5. Wenn Du einen Schnellkochtopf besitzt, dann nutze ihn, denn er kann die Kochzeit bis zu 50% reduzieren.

Bessere Gerätenutzung-Effizienz

Wusstest Du, dass der Wasserkocher ein wenig ruhmreiches Beispiel ist, wie das Design eines Produktes zur Energieverschwendung beitragen kann. Sieh Dir mal Deinen Wasserkocher an. Fast immer ist die Mindest-Befüll-Menge bei 500 mL. In eine Tasse passen aber nur 250 mL also wird mit einem normalen Wasserkocher immer mindestens doppelt so viel Energie verbraucht wie eigentlich benötigt wird. Wasser braucht besonders viel Energie, um erwärmt zu werden. Das liegt daran, dass es besonders viel Energie aufnehmen kann. Das wird sich z.B. bei der Wärmflasche zunutze gemacht, denn durch das Wasser kann sie Dich schön lange wärmen. So kommt es, dass die Menge an Energie, die täglich in England zum Kochen von unnötigem Wasser verwendet wird, jeden Tag alle Straßenlichter Englands erstrahlen lassen könnte.

  1. Also der erste Tipp: Verwende nur so viel Wasser, wie Du auch brauchst.
    • Dazu achte beim Kauf Deines neuen Wasserkochers, dass die Mindest-Befüll-Menge bei ca. 250 mL liegt.
    • Häufig kommt es auch vor, dass der Wasserkocher ganz befüllt wird um dann nur Wasser für eine Tasse zu entnehmen, mit dem Argument, dann ist das Wasser für die nächste Tasse schon vorgewärmt. Doch die Wärme, die das Wasser im Wasserkocher über die nächste Stunde an den Raum abgibt, ist so hoch, dass Du praktisch wieder bei null anfängst. Wenn Du Zeit und Strom sparen willst, dann fülle das kochende Wasser doch in eine Thermoskanne.
    • Und verwende so wenig Wasser wie möglich zum Nudel-, Reis-, Kartoffel-, usw.- Kochen. Bei Nudeln kannst Du einfach die Hälfte der auf der Packung ausgewiesenen, Menge an Wasser weglassen und so 50 % Strom beim Erhitzen sparen.
  2. Deine Töpfe und Pfannen sollten in der Größe genau der Kochplatte entsprechen.
  3. Benutze Deckel auf den Töpfen und vor allem auch passende Deckel.
  4. Wenn Dein Topf „wackelt“ also der Boden nicht flach ist, tausche ihn aus, denn sonst heizt Du mehr die Luft, als den Topf. Du wirst merken, dass dann auch Dein Essen mit dem neuen Topf schneller fertig ist.
  5. Halte die Herdplatte und den Topfboden sauber. Die Kohlereste von verbranntem Essen schirmen den Topf von der Wärme ab und Du brauchst länger beim Kochen. Für den Herd ist z.B. ein Ceranfeldkratzer gut geeignet und für den Topf ein rauher Schwamm oder ein Metallschwamm.
  6. Halte die Scheibe der Backofentür sauber, damit Du sie während des Backvorgangs möglichst selten öffnen musst.
  7. Entferne alle nicht benötigten Bleche und Roste aus dem Herd. So zirkuliert die erwärmte Luft im Herd besser.
  8. Nutze beim Ofen die „Umluft“ Funktion und reduziere die Temperatur im Vergleich zu Ober-/Unterhitze. Du kannst meist die Temperatur um  20 °C senken, so sparst Du ca. 10% Strom ein.
  9. Keine tiefgefrorenen Speisen direkt auf den Herd stellen oder in den Ofen geben, sondern erst draußen oder im Kühlschrank antauen lassen
  10. Einen Liter Wasser erhitzen, kostet im Wasserkocher rund 2 Cent, auf dem Elektroherd etwa 3,5 Cent und in der Mikrowelle 5 Cent. Also nutze den Wasserkocher. 2
  11. Wähle die Temperatur zum Kochen nur so hoch wie benötigt. Das Wasser soll gerade so kochen, dass ein sanftes Blubbern zu sehen ist, kein extremes. So vermeidest Du auch, dass Deine Küche stark eingenebelt wird beim Braten und Kochen.
  12. Die Mikrowelle ist unschlagbar kostengünstig für das Aufwärmen kleinerer Mengen (bis zu zwei Portionen). Danach nutze lieber den Herd.
  13. Für einzelne Brötchen eignet sich der Toaster oder Kleingrill besser, als gleich den riesen Ofen aufzuheizen.
Die Vorteile sind meist ökonomischer Art, denn richtig eingesetzte Geräte (geringere Heiz- und Nutzungsdauer) verlängert deren Lebensspanne und das gezielte Einsetzen der Energie spart Strom und damit unmittelbar Stromkosten.

Als kleiner Tipp - fang langsam an und achte erst auf die wichtigsten Punkte und nach und nach dann auf alle. Am Besten drucke Dir die Liste aus und hänge sie Dir in Deine Küche, so kannst Du immer mal einen Blick darauf werfen. Beobachte doch mal Deinen Stromzähler, dort solltest Du bald sehen, dass er langsamer nach oben zählt. Das ist für mich immer die beste Motivation.

Wenn Du all diese Tipps befolgt hast, dann sind die ersten 15% Einsparung Deines Stromverbrauchs geschafft. Die nächsten Prozente folgen in einer Woche mit dem richtigen Benutzen von Kühlgeräten. Ich freue mich auf Deine Rückmeldung und wünsche Dir viel Spaß beim Umsetzen.

Quellen:

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