Jetzt geht es wieder ans umsetzen. Nachdem Du seit unserem letzten Artikel auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestiegen bist, geht es darum Deinen Strombedarf zu halbieren. Falls Du noch nicht umgestiegen bist, hole das fix noch nach, es dauert nur wenige Minuten, bei Dich bei Deinem Stromanbieter auf den entsprechenden Tarif umzumelden.
Das Ziel der Blog-Reihe „Energie“ ist, Deinen Strombedarf zu halbieren. Es stellt sich die Frage:
Wieviel Strom verbrauchen wir Deutschen eigentlich im Durchschnitt?
Die Antwort ist schnell gegeben.
Als Einzelperson sind das im Schnitt 2229 kWh,
zu zweit 3202 kWh,
zu dritt, 4193 kWh,
zu viert 4955 kWh und
zu fünft 5928 kWh. 1
Jetzt sieh einmal nach, wieviel Du selbst verbrauchst. Bist Du bereits sparsamer als der Durchschnitt, oder ist bei Dir noch etwas rauszuholen? Du findest Deinen Jahresstromverbrauch auf der Jahresabrechnung Deines Stromanbieters. Notiere Dir den Wert, der auf der Abrechnung steht (z.B. 2500 kWh) und teile ihn durch zwei (2500 kWh/2= 1250 kWh). Das ist nun unser gemeinsames Ziel. Soviel kWh wie nun auf Deiner Rechnung stehen, wollen wir gemeinsam einsparen.
Jetzt wissen wir, wie viel es für unser Ziel einzusparen gilt. Doch wo fangen wir an zu sparen?
Wir beginnen mit dem Bereich, der die meiste Energie im Haushalt ausmacht und das ist, wie Du im Diagramm unten siehst, das Kochen.
Doch was in diesem Diagramm noch auffällt ist, dass alle energieintensiven Bereiche etwas mit dem Erhitzen zu tun haben, die Glühbirne beim Licht spenden, der Kondensator an der Kühlschrankrückseite usw.. Du kannst Dir als Faustregel merken, dass immer, wenn etwas warm wird, es auch viel Strom verbraucht. (auch der Laptop oder das Handy, die bei hoher Belastung warmlaufen)
Nachdem Du mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien, den Schritt Richtung konsistenter Stromnutzung gegangen bist, geht es nun um die Suffizienz. Also nur so viel Energie zu nutzen, wie nötig, um ein Gericht zu zubereiteten. Sowie die Steigerung der Effizienz, also der optimalen Nutzung der Geräte. Die Maßnahmen sind in diese beiden Kategorien unterteilt und nach Wichtigkeit sortiert, also oben sind jeweils die wichtigsten Maßnahmen gelistet.
Zeit-/Temperaturersparnis-Suffizienz
Je weniger Zeit Du Deinen Herd benutzt, bzw. je geringer Du ihn hochheizt, desto weniger Strom verbrauchst Du auch. Der Stromverbrauch wird in Wh angegeben, also Watt pro Stunde. Als Beispiel: Wenn Du eine 1000 Watt Mikrowelle für eine Stunde laufen lässt, hast Du 1000 Wh verbraucht. Brauchst Du nur 30 Minuten um, Dein Essen zu erwärmen, dann nur 500 Wh. Gleiches gilt, wenn Du statt 1000 Watt, 500 Watt bei der Mikrowelle einstellst und eine Stunde erhitzt. Dann verbrauchst Du ebenfalls nur 500 Wh. Auf das Jahr gesehen summieren sich so einige Wh.
Was kannst Du noch machen?
- Also der erste Tipp: Verwende nur so viel Wasser, wie Du auch brauchst.
- Dazu achte beim Kauf Deines neuen Wasserkochers, dass die Mindest-Befüll-Menge bei ca. 250 mL liegt.
- Häufig kommt es auch vor, dass der Wasserkocher ganz befüllt wird um dann nur Wasser für eine Tasse zu entnehmen, mit dem Argument, dann ist das Wasser für die nächste Tasse schon vorgewärmt. Doch die Wärme, die das Wasser im Wasserkocher über die nächste Stunde an den Raum abgibt, ist so hoch, dass Du praktisch wieder bei null anfängst. Wenn Du Zeit und Strom sparen willst, dann fülle das kochende Wasser doch in eine Thermoskanne.
- Und verwende so wenig Wasser wie möglich zum Nudel-, Reis-, Kartoffel-, usw.- Kochen. Bei Nudeln kannst Du einfach die Hälfte der auf der Packung ausgewiesenen, Menge an Wasser weglassen und so 50 % Strom beim Erhitzen sparen.
- Deine Töpfe und Pfannen sollten in der Größe genau der Kochplatte entsprechen.
- Benutze Deckel auf den Töpfen und vor allem auch passende Deckel.
- Wenn Dein Topf „wackelt“ also der Boden nicht flach ist, tausche ihn aus, denn sonst heizt Du mehr die Luft, als den Topf. Du wirst merken, dass dann auch Dein Essen mit dem neuen Topf schneller fertig ist.
- Halte die Herdplatte und den Topfboden sauber. Die Kohlereste von verbranntem Essen schirmen den Topf von der Wärme ab und Du brauchst länger beim Kochen. Für den Herd ist z.B. ein Ceranfeldkratzer gut geeignet und für den Topf ein rauher Schwamm oder ein Metallschwamm.
- Halte die Scheibe der Backofentür sauber, damit Du sie während des Backvorgangs möglichst selten öffnen musst.
- Entferne alle nicht benötigten Bleche und Roste aus dem Herd. So zirkuliert die erwärmte Luft im Herd besser.
- Nutze beim Ofen die „Umluft“ Funktion und reduziere die Temperatur im Vergleich zu Ober-/Unterhitze. Du kannst meist die Temperatur um 20 °C senken, so sparst Du ca. 10% Strom ein.
- Keine tiefgefrorenen Speisen direkt auf den Herd stellen oder in den Ofen geben, sondern erst draußen oder im Kühlschrank antauen lassen
- Einen Liter Wasser erhitzen, kostet im Wasserkocher rund 2 Cent, auf dem Elektroherd etwa 3,5 Cent und in der Mikrowelle 5 Cent. Also nutze den Wasserkocher. 2
- Wähle die Temperatur zum Kochen nur so hoch wie benötigt. Das Wasser soll gerade so kochen, dass ein sanftes Blubbern zu sehen ist, kein extremes. So vermeidest Du auch, dass Deine Küche stark eingenebelt wird beim Braten und Kochen.
- Die Mikrowelle ist unschlagbar kostengünstig für das Aufwärmen kleinerer Mengen (bis zu zwei Portionen). Danach nutze lieber den Herd.
- Für einzelne Brötchen eignet sich der Toaster oder Kleingrill besser, als gleich den riesen Ofen aufzuheizen.