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Spannende Grundsätze zur Stromnutzung

20.02.2020 von

Foto: Image by Erich Westendarp from Pixabay
Das Ziel dieser Blogreihe zu Energie ist es, Dir die Maßnahmen zu zeigen, mit denen Du Deinen jetzigen Stromverbrauch halbieren kannst und somit auch Deine Stromkosten. Je nach Haushalt können das mehrere hundert Euro im Jahr sein. Dabei ist es mir sehr wichtig, dass wir unseren (Du Deinen) Lebensstandard beibehalten. Wir beginnen mit dem Strom, da dieser einen der größten Posten in der CO2-Bilanz einer Person ausmacht und die nachhaltige Umstellung sehr leicht funktioniert.

Doch zunächst die Frage, was steckt eigentlich hinter dem Strom aus der Steckdose?

Wenn wir im Alltag von Energie oder Strom reden, ist meist die elektrische Energie, die wir jeden Tag nutzen, gemeint. Sie ist vielleicht die edelste Form der Energie. Sie lässt sich aus den anderen Formen, wie der Bewegungsenergie bei Windkraft, der potentiellen Energie bei der Wasserkraft oder der Wärme Energie bei Gas- und Kohlekraftwerken gewinnen. Genauso lässt sie sich dann später wieder in eine andere Form umwandeln, z.B. im Elektroroller, dem Fahrstuhl oder dem Backofen. Leider ist sowohl die Gewinnung, als auch die Nutzung der elektrischen Energie an den Wirkungsgrad der Geräte, die sie erzeugen oder nutzen, gebunden. Z.B. Wenn wir in einem Gaskraftwerk Gas verbrennen, um elektrische Energie zu erzeugen und diese dann nutzen, um auf einem elektrischen Herd Wasser zu kochen, werden wir mehr Gas zum Kochen des Wassers benötigen, als wenn wir gleich einen Gasherd nutzen. Im Kraftwerk gehen durch Reibung, Abwärme und vielen anderen Faktoren Energie verloren, ebenso wie beim Transport des Stroms durch die weiten Strecken der Strom-Leitungen und schlussendlich auch beim Herd selbst. So kannst Du mit bereits kleinen Stromsparmaßnahmen bei Dir Zuhause große Mengen an Ressourcen in den Kraftwerken einsparen.

In Deutschland macht der Anteil von Braun- und Steinkohle-Strom 29,3 %, also knapp ein Drittel des Strommix aus. Dies sind zwei besonders CO2-Intensive Energiequellen, die es auf Dauer zu reduzieren gilt, um den Klimawandel zu verlangsamen.

Strommix 2019: Stromerzeugung in Deutschland [Netto] von STROM-REPORT.de Quelle

Derzeit fällt es schwer von eben solchen (Kohlestrom) abzulassen, da unter anderem die Sorge um die Versorgungssicherheit besteht. Also, dass Strom immer, egal zu welcher Tageszeit oder Witterung, verfügbar ist. Wenn jeder von uns, wie hier im Blog dann aufgezeigt wird, seinen Verbrauch halbiert, dann ist diese Sorge wohl bald Geschichte.

Die erste Maßnahme zur nachhaltigen Nutzung von Strom ist der Umstieg auf erneuerbare Energien.

Dazu schreibe Deinem Stromanbieter einfach eine formlose E-Mail mit Deiner Kundennummer, dass Du auf Öko-Strom Tarif wechseln möchtest. Mittlerweile haben fast alle Anbieter einen solchen Tarif. So kannst Du innerhalb von Minuten Deinen CO2-Fuß-Abdruck rapide verkleinern.

Der Preis unterscheidet sich meist nur im ca. 5-15 € an Mehrkosten im Jahr, die Du aber durch die Maßnahmen der nächsten weiteren Artikel zu dem Thema zehnfach wieder rausholen wirst.

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist eine Konsistenz-Maßnahme, denn egal welche Einsparungen wir Du? im Haushalt durchführen, könnten wir niemals so viel CO2 einsparen, wie durch die neue Technologie der erneuerbaren Energien. Diese sind konsistent, nicht endlich, für uns verfügbar. Denn Wind, Sonne und Wasser wird es immer ausreichend geben.

Positive ökologische, ökonomische und soziale Vorteile.

Durch die Einsparungen an CO2 sind die gleichen positiven Auswirkungen wie bei allen Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, vorhanden.

Positive Auswirkungen speziell bei dieser Maßnahme:
Durch den Abbau von Kohle oder auch Uran-Erzen werden ganze Landstriche, samt Ökosystemen (ökologisch) und Ortschaften (sozial), abgetragen/ bzw. umgesiedelt. Durch den Stopp des Abbaus werden diese Folgen verhindert.
Sozial und ökonomisch ist auch der Aspekt, dass durch die erneuerbaren Energien mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können, als durch den Kohleausstieg wegfallen würden/werden. Und dies auch, oder gerade an den Orten, wo zuvor Kohle abgebaut wurde. Dies zeigen bereits einige spannende Planungsprojekte im Ruhrgebiet.
Mit einem entschiedenen Umstieg und damit Signalen an die Industrie, ist es auch möglich, Deutschland in eine technologische Vorreiterrolle zu führen.

Ein weiterer ökonomischer Vorteil ist die Unabhängigkeit von anderen Ländern, wie Russland für Gas und Kasachstan für Uranerz. So können politische Auseinandersetzungen und potentielle Handelsstopps unsere wirtschaftliche Lage deutlich weniger beeinträchtigen.

Als kleine argumentative Hilfe möchte ich Dir noch folgendes Wissen zum vermeintlich „hohen“ Preis der erneuerbaren Energie mitgeben.

Sicher hast Du oder vielleicht ein Freund oder Bekannter von Dir sich schon einmal über die teure Förderung der erneuerbaren Energien aufgeregt. Da liegt die Argumentation nahe, dass es nur umso teurer wird für den Einzelnen, wenn plötzlich nur noch erneuerbare Energien vorhanden sind.  Doch wenn wir mal in die Vergangenheit zurück blicken zeigt diese uns, dass Kohle und Atomstrom bereits deutlich höhere Subventionen erhalten haben.

Staatliche Förderungen 1970-2016 in Mrd. EUR (real) (Greenpeace) Quelle

Diese Förderungen sind im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien aber nicht größtenteils unmittelbar gegeben worden, sondern über Umwege, wie Steuererleichterungen und Finanzhilfen. Z.B. muss nicht der Betreiber eines Atomkraftwerkes alleine für dessen Abbau und Endlagerung zahlen, sondern eben auch der Steuerzahler. So ist der Strompreis günstig, im gleichen Zug steigen aber die Steuer-Ausgaben, die wir alle tragen. Sobald die erneuerbaren Energien einmal ausgebaut sind, werden sie günstiger werden, da ihre Quellen, Wasser, Wind und Sonne nie knapp werden und durch den Stopp von Kohlekraftwerken können Steuern anders, z.B. für die soziale Infrastruktur? eingesetzt werden.

Ich freu mich, dass Du diesen Artikel bis hierher gelesen hast und bin gespannt auf Deine Rückmeldung.

In meinem nächsten Artikel/Beitrag geht es dann an um die nachhaltige Nutzung von Strom beim Kochen, dem stromintensivsten Bereich des im  Haushalts.
Liebe Grüße
Felix Pischel

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