Die Gewerkschaften in Sachsen haben ihre Mitgliederzahlen zuletzt weitgehend stabil halten können. Für Zulauf sorgen vor allem Auszubildende und Berufsanfänger. Um sie angesichts des demografischen Wandels noch stärker zu gewinnen, engagieren sich die Gewerkschaften jetzt stärker in Berufsschulen. Hierfür wurde auch zusätzliches Personal zur Werbung von Mitgliedern eingestellt.
Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist zwar ein leichter Rückgang der Mitgliederzahlen zu verzeichnen, doch besonders im Jugendbereich konnte sie zulegen. «Die Steigerungen liegen Ende 2016 bei 5 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr», sagte Sprecher Jörg Förster. Verdi engagiere sich stärker an den Berufsschulen und in Unternehmen, um junge Leute mit der Arbeit in der Gewerkschaft bekannt zu machen. Außerdem gebe es Informationsveranstaltungen und Maßnahmen zur Weiterbildung. Zum Ende 2015 habe Verdi in Sachsen rund 93 200 Mitglieder gehabt, Ende 2016 waren es rund 91 900. Der Rückgang resultiere hauptsächlich aus Todesfällen oder dem Austritt von Rentnern, erläuterte Förster.