Unsere Bauchspeicheldrüse arbeitet wie ein ausgeklügeltes Transportsystem. Durch feine Kanäle schickt sie Verdauungsenzyme in den Dünndarm. Doch wie entsteht dieses verzweigte Netzwerk aus Hohlräumen während der Entwicklung im Mutterleib? Forschende am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun zentrale Mechanismen dieses Prozesses aufgeklärt.
Die Wissenschaftler züchteten Mini-Bauchspeicheldrüsen aus Mauszellen in der Petrischale. Solche dreidimensionalen Gebilde nennt man Organoide. „Sogenannte Bauchspeicheldrüsenorganoide können je nach Medium entweder große kugelförmige Lumen oder enge, komplexe, miteinander verbundene Lumenstrukturen bilden“, erklärt Byung Ho Lee, Hauptautor der Studie. Als Lumen bezeichnen Forschende die mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume in Organen.
Ansatzpunkte für neue Therapien
Die Ergebnisse könnten über die Bauchspeicheldrüse hinaus Bedeutung haben. Ähnliche Mechanismen dürften auch bei anderen Organen mit verzweigten Kanalsystemen eine Rolle spielen. Zudem bietet das Modellsystem neue Ansatzpunkte, um die Entstehung von Erkrankungen besser zu verstehen und die Wirkung von Medikamenten gezielt zu testen.
An der Studie beteiligten sich neben dem Dresdner Team Forschende der Universität Tokio, des Instituts für Physik der Academia Sinica in Taiwan sowie des Instituts de Génétique et de Biologie Moléculaire et Cellulaire in Frankreich.