Auch mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung fehlt eine technische Lösung, um in der Wendezeit zerrissenen Stasi-Akten wieder lesbar zu machen. Man nutze vorerst weiter «manuelle Rekonstruktion» - also das händische Zusammensetzen der Papierschnipsel, heißt es im neuen Tätigkeitsbericht des Bundesarchivs zu den Akten der Staatssicherheit.
Mitarbeiter des DDR-Geheimdiensts hatten während der friedlichen Revolution 1989 und 1990 Millionen Seiten Akten zerrissen, die seither von Mitarbeitern zusammengepuzzelt werden. Binnen zwei Jahren gelang dies bei 23.000 Blatt, wie es im Tätigkeitsbericht heißt. Insgesamt wurden den Angaben zufolge im Laufe der Zeit auf diese Weise 1,73 Millionen Blatt aus 600 Behältnissen rekonstruiert. 15.400 Behältnisse mit Schnipseln waren eingelagert worden. Derzeit sind etwa zehn Personen mit der Aufgabe beschäftigt.