Die Kaschiererin Claudia steht an einem hölzernen Bock und drückt und schiebt an Russland herum. Es geht um Millimeter. Die 40-Jährige stellt bei der Firma Räthgloben in Markranstädt bei Leipzig Weltkugeln her - in Handarbeit. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurück. Verlagsleiter Thomas Härtel ist zuversichtlich, dass seine Globen auch in Zeiten von Google Maps noch ihren Platz haben.
Um die Welt entstehen zu lassen, klebt Claudia zwölf bedruckte elliptische Papierbahnen auf Kugeln aus Kunststoff oder Glas. Der Vorgang nennt sich Kaschieren. «Ein gutes Auge muss man haben und eine ruhige Hand», sagt sie. Das vom Kleber durchweichte Papier kann leicht reißen. «Das ist eine ganz feinfühlige Sache. Man muss viel mit Druckpunkten arbeiten.»