Der Kunstwissenschaftler und Konservator Holger Birkholz hat auf LinkedIn ein deutlicheres Signal gesetzt: Er spricht sich gegen den geplanten Wiederaufbau der Dresdner Carolabrücke aus – und plädiert stattdessen für eine neue Stadtraumentwicklung mit Freiräumen für Sichtachsen und klimagerechte Verkehrsführung. In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte der Brücke, die Entwicklungen seit dem Teileinsturz 2024 und die künstlerische Perspektive, die Birkholz in seine Kritik einbringt.
Der Brückeneinsturz und der Abriss – der aktuelle Status
Am 11. September 2024 stürzte ein Teil des Brückenzugs C, auf dem gewöhnlich Trams und Fuß-/Radwege verliefen, über rund 100 Meter Länge in die Elbe. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Untersuchungen und Gutachten folgten rasch: Der Bericht kam zu dem Schluss, dass strukturelle Schäden bereits in der Bauzeit begründet gewesen sein könnten - und dass sämtliche Brückenzüge mittlerweile so stark beansprucht sind, dass eine Sanierung des gesamten Bauwerks nicht mehr sinnvoll erscheint. In der Folge wurde der verbliebene Rest der Brücke bis September 2025 vollständig abgebrochen.
Der Stadtrat hat im Juni 2025 beschlossen, einen Ersatzneubau mit modifizierten Parametern zu realisieren – ein vierstreifiger Brückenneubau mit veränderter Verkehrsführung und neuer Ausrichtung. Der Neubau soll voraussichtlich im Zeitraum 2028 bis 2031 umgesetzt werden.
Die Abrisskosten sind mittlerweile höher als ursprünglich angenommen: Rund 32 Millionen Euro wurden für den Abbruch veranschlagt. Für den geplanten Neubau sind bis letzte Woche 12 Angebote von Planungsbüros eingegangen. Der Wiederaufbau der Carolabrücke ist mit 170 Millionen Euro budgetiert.