Obstbauern schlagen Alarm: Bei Regionalobst droht Knappheit
Regionales Obst könnte nach Einschätzung des Obstbauverbands Sachsen und Sachsen-Anhalt künftig noch seltener in den Regalen liegen. Steigende Lohnkosten, fehlende Saisonkräfte und zunehmende Wetterrisiken setzten die Betriebe unter Druck, teilte der Verband auf Anfrage mit. Auf die Herausforderungen wollen die Obstbauern mit einer bundesweiten Erntedank-Aktion unter dem Motto «Ein Fünftel ist nicht genug» aufmerksam machen. «Steigende Arbeitskosten treffen den Obstbau besonders stark, weil viele Arbeiten - vor allem Ernte, Sortierung und Pflege - nur teilweise mechanisiert werden können», teilte Geschäftsführerin Carmen Stefanie Kaps mit. Gleichzeitig konkurrierten die hiesigen Erzeuger mit Importobst aus Ländern mit deutlich niedrigeren Produktionskosten. Höhere Ausgaben könnten sie nicht ohne Weiteres an Handel und Verbraucher weitergeben. «Bei arbeitsintensiven Kulturen kann das dazu führen, dass sich bestimmte Kulturen wirtschaftlich nicht mehr lohnen und Flächen aufgegeben oder nicht wieder neu bepflanzt werden», erklärte Kaps. Werde eine Obstanlage gerodet, lasse sich die heimische Produktion nicht kurzfristig wieder aufbauen. Eine neue Anlage sei nicht kurzfristig voll leistungsfähig, sagte Kaps. Entscheidungen über Rodung oder Neupflanzung wirkten sich deshalb über viele Jahre aus. Saisonarbeitskräfte seien für viele Betriebe unverzichtbar, die Ernte großer Mengen müsse oft innerhalb weniger Wochen erfolgen. Es werde jedoch schwieriger, genügend Helfer zu finden. Der Verband fordert daher weniger Bürokratie und rechtssichere Regeln auch für die Beschäftigung von Arbeitskräften aus Drittstaaten. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Sozialstandards abzusenken: Saisonkräfte sollten fair bezahlt und ordentlich beschäftigt werden. Nötig seien zudem Hilfen für moderne, arbeitssparende Technik sowie bessere Unterstützung bei Frost, Hitze und Trockenheit, so der Verband. Auch beim Pflanzenschutz und bei der Absicherung wetterbedingter Ernteausfälle seien langfristig verlässliche Regeln nötig. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenHoher Bedarf an Handarbeit
Flächen könnten verloren gehen
Saisonkräfte schwerer zu finden
Forderung nach besseren Bedingungen