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Nässe und Pilz: Winzer hoffen auf Goldenen Herbst

Trauben reifen im Weinberg des Weingutes Schloss Proschwitz bei Meißen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Trauben reifen im Weinberg des Weingutes Schloss Proschwitz bei Meißen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das Elbtal zählt zu den kleinsten deutschen Weinanbaugebieten. Nach Hitze- und Trockenjahren machen nun Niederschläge und Unwetter den Winzern zu schaffen.

Zu nass und zu warm: Im Elbtal zwischen Dresden-Pillnitz und Diesbar-Seußlitz bleiben die Trauben diesmal länger an den Rebstöcken als in den Vorjahren. Der Weinbauverband Sachsen geht davon aus, dass ab dem 8. September der Goldriesling geerntet wird und die Hauptlese dann am 20. September beginnt.

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul will Ende August/Anfang September mit den frühen Rebsorten wie Solaris für den Federweißer loslegen, die Vorbereitungen auf die Weinlese liefen auf Hochtouren, sagte Sprecher Martin Junge. Im September dann sollen Frühburgunder und Goldriesling gelesen werden.

Der Wechsel von nass und warm sowie Witterungsextreme mit lokalem Hagel in der Region hätten die Winzer in der Bewirtschaftung anders gefordert als in den heißen und trockenen Jahren zuvor, sagte Junge. Auf einen schneereichen Winter folgten Ende April Spätfröste, und im Juni und Juli «konnten wir sprichwörtlich zuschauen, wie die Triebe unserer Reben im Eiltempo jeden Tag um zehn Zentimeter gewachsen sind». Eine Prognose zu Quantität und Qualität wagte Junge nicht.

Georg Prinz zur Lippe vom Weingut Schloss Proschwitz geht von Ertragsverlusten aus, vor allem wegen der Wechsel von Wärme und Feuchtigkeit. Das seien ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Der Pflanzenschutz sei kompliziert, vor allem für die, die auf Bio umstellen oder es betreiben. Entweder regne es, und es könne nicht gesprüht werden, oder der Regen wasche Gesprühtes sofort wieder weg.

«Jetzt kann man nur noch wenig machen, um gute Weine zu bekommen», sagte Georg Prinz zur Lippe. Auf den Lippeschen Weinbergen soll die Lese Mitte September beginnen. «90 Tage nach der Blüte, das ist normal», sagte er. «Bis dahin brauchen die Trauben noch ganz viele schöne Tage.»

Auch die anderen Winzer geben die Hoffnung auf einen Goldenen Herbst nicht auf. «Der ist entscheidend für Qualität und Menge», sagte Junge. Die Weinlese dauere höchstwahrscheinlich bis Oktober, «wir haben also noch zwei Monate». Da könne in den Weinbergen noch viel passieren, «wir sind nach wie vor optimistisch».

Weinbauverbands-Chef Frank Neupold sieht bei anhaltendem Regen die Gefahr, dass Früchte platzen. Dank der vielen Nässe gebe es sehr kompakte Trauben, aber auch größere Ausfälle durch Fäulnis. Und die Witterung war auch günstig für die Vermehrung der Kirschessigfliege, dazu kamen Hagelschäden.

Laut Neupold liegt der Reifestand etwa eine Woche hinter dem von 2020. In einigen Bereichen mussten durch Mehltau geschädigte Trauben entfernt werden. Für «saubere Bestände» erwartet er bei günstigem Witterungsverlauf der nächsten Wochen gute bis sehr gute Qualitäten - und auch eine gute Weinmosternte.

Mit gut 490 Hektar Rebfläche einschließlich kleiner Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Neupold schätzt den Ertrag auf 47 Hektoliter pro Hektar, insgesamt 23 500 Hektoliter - das wären fünf pro Hektar und gut 2000 Hektoliter insgesamt mehr als im Vorjahr.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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