Gasnetzkosten in Sachsen sinken zum Jahreswechsel
Anders als im bundesweiten Trend können sich die Haushalte in Sachsen zum Jahreswechsel auf eine leichte Entlastung bei den Energiekosten einstellen - zumindest bei den Netzentgelten. Beim Gas gehen diese Kosten etwas zurück, beim Strom bleiben sie nahezu unverändert. Das ergibt sich aus aktuellen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox auf Basis der bisher veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber. Allerdings rechnet das Portal zugleich mit stark steigenden Kosten für das Gas an sich. Gasnetzkosten sinken um rund fünf Euro Die Gasnetzgebühren sinken 2027 in Sachsen demnach um rund fünf Euro brutto oder 0,7 Prozent auf 741 Euro. Das Niveau ist aber im Freistaat bereits deutlich höher als der Bundesschnitt mit 634 Euro. Deutschlandweit geht Verivox von einem Anstieg um rund drei Prozent oder 19 Euro brutto jährlich aus. Berechnet werden die Werte für eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Die Netzentgelte machen rund ein Fünftel des Gaspreises und ein Viertel des Strompreises aus. Die jährlichen Stromnetzgebühren bleiben zum Jahreswechsel in Sachsen stabil bei 408 Euro. Bundesweit steigen sie dagegen um 1,9 Prozent von durchschnittlich 428 Euro auf 436 Euro brutto. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden wird also rechnerisch acht Euro Mehrkosten haben. Wie hoch die Netzgebühren ausfallen, hänge unter anderem von den Kosten für den Ausbau und Betrieb der regionalen Stromnetze ab, teilte das Vergleichsportal mit. Außerdem wirke sich der sinkende Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten aus. Während der Bund im Jahr 2026 noch 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitstellt hatte, seien für 2027 noch 5,525 Milliarden Euro vorgesehen. Starke Gaspreiserhöhungen absehbar Für einen starken Preisdruck sorgen derweil die seit Beginn des Iran-Kriegs extrem gestiegenen Gas-Großhandelspreise. «Wir erwarten zum Jahreswechsel flächendeckende Preiserhöhungen, in denen die Gasversorger die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Sie werden sich je nach aktuellem Tarif zwischen 10 und 20 Prozent bewegen. Wer ein Einfamilienhaus beheizt, muss mit Mehrkosten von bis zu 500 Euro rechnen», erklärte Energieexperte Thorsten Storck. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenStromnetzentgelte bleiben stabil