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Die Mähdrescher rollen: Früher Erntestart für Bauern

Ein Mähdrescher erntet Gerste auf einem Feld. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild
Ein Mähdrescher erntet Gerste auf einem Feld. / Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild

Sachsens Bauern haben damit begonnen, das Getreide einzufahren. Damit ist die Ernte früher gestartet als üblich. Drücken Hitze und langanhaltende Trockenheit die Erträge?

Nach Hitze und Trockenheit fahren Sachsens Bauern dieses Jahr vielerorts besonders früh mit den Mähdreschern aufs Feld. «Die Gerste ist notreif geworden», sagte Stefan Heilmann, Vorstand der Agrarprodukte Kitzen in Pegau bei Leipzig der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen hat sein Betrieb schon zu Wochenbeginn die Getreideernte eingeläutet. «Normal ist das nicht.» Üblicherweise beginne hier die Ernte erst im Juli, erläuterte Heilmann. Sein Betrieb bewirtschafte 2800 Hektar Ackerland, auf etwa 1900 Hektar davon wachse Getreide.

In einigen Regionen hat die Getreideernte begonnen, aber noch nicht überall in Sachsen, sagte die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Diana Henke. Das sei früher als sonst. Während in tiefer gelegenen Regionen die Mähdrescher schon das Getreide vom Feld holten, sei es im Gebirge noch nicht so weit. Eine Prognose zur Ernte wollte der Verband noch nicht geben. Dazu würden noch Daten gesammelt, erklärte Henke. Mitte Juli plant der Bauernverband eine Pressekonferenz zur Getreideernte und will dann detailliert Auskunft geben.

Vor allem in nördlichen Regionen Sachsens sei infolge der Hitzewelle mit extremer Trockenheit im Juni von einer Notreife bei der Wintergerste auszugehen, teilte das Landwirtschaftsministerium in Dresden auf dpa-Anfrage mit. «Sollte die Hitzewelle weiter anhalten, besteht die Gefahr, dass in einigen Regionen vor allem auch beim Winterweizen Ertrags- und Qualitätsverluste auftreten.» Bei den Ernteergebnissen sei dieses Jahr wieder mit großen regionalen Unterschieden zu rechnen.

Zuerst wird die Wintergerste geerntet, später folgen Raps, Sommergetreide und Weizen. Heilmanns Scheunen werden sich wohl nicht so sehr füllen wie sonst. Im Schnitt habe der Ertrag bei der Gerste in früheren Jahren bei 80 Dezitonnen pro Hektar gelegen, erklärte er. Bisher seien es 5 Dezitonnen weniger. «Der Weizen wird garantiert viel schlimmer werden», sagte er. «Wenn eine 7 vorn dran steht, wäre ich schon sehr froh.» Als Ursache für die Ertragseinbußen sieht der Landwirt fehlende Niederschläge in der Region.

Laut Statistischem Landesamt bewirtschaften Sachsens Bauern etwas mehr als 700.000 Hektar Ackerland. Mehr als die Hälfte davon ist mit Getreide bestellt: rund 378.700 Hektar. Häufigste Getreideart ist Weizen (194.100 Hektar), gefolgt von Gerste (113.100). Andere Getreidearten wie Roggen, Triticale, Körnermais und Hafer werden in weit kleinerem Umfang angebaut. Neben Getreide steht für die Bauern im Sommer auch die Rapsernte an. Winterraps ist den Statistikern zufolge nach Getreide die zweitwichtigste Feldfrucht hierzulande. Er wächst dieses Jahr auf rund 105.400 Hektar.

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