Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften schauen sorgenvoll in das neue Jahr und sehen höchste Zeit für Veränderungen. «Wir brauchen unseren Optimismus zurück», sagte Mirjam Philipp, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG), am Mittwoch zur Jahresbilanz in Dresden. Man habe mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen. Sie erinnerte dabei an hohe Energiepreise, steigende Baukosten, Inflation, Zinsentwicklung. «Planungssicherheit fehlt hinten und vorne.» Momentan trotze man wirtschaftlichen Schwierigkeiten und versuche das zu schützen, wofür die Genossenschaften stehen würden - für bezahlbares Wohnen.
Philipp verglich die Wohnungswirtschaft mit einem Tanker. «Wenn wir eine Richtung eingeschlagen haben, dann fahren wir in eine Richtung.» Wenn man plötzlich schnell nach rechts und links fahren solle, sei das nur schwer machbar. Jedoch komme der Tanker auch nicht so schnell in eine Schieflage. Man habe vergebens auf eine Stabilisierung der Baupreise gehofft. Nach einer Erhöhung um 21,4 Prozent im Jahr 2022 seien sie 2023 noch einmal um 10,5 Prozent in die Höhe gegangen. Das betreffe Neubau genauso wie Instandhaltung und Modernisierung. Im Vorjahr habe es mit etwa 320 neuen Wohnungen letztmals einen umfangreichen Neubau gegeben. Philipp zufolge wird es beim Neubau 2024 «finster». Nur noch 150 Wohnungen sollen fertig werden.