Millionen Christen in der Welt feiern am Sonntag Ostern, doch an der Chemnitzer Petrikirche stehen sie vor verschlossenen Türen. Das Gotteshaus ist nicht nur das größte der Stadt. Im Stil der Neogotik bildet es auch ein Ensemble mit dem Opernhaus und dem einstigen König Albert Museum - heute Sitz der Kunstsammlungen. Nicht Bauarbeiten oder Personalmangel sind der Grund, dass der Ostergottesdienst ausfällt. Der Gemeinde wachsen schlicht die Heizkosten über den Kopf, sodass sie nun die Reißleine zieht. Ein Problem, das auch andere Gemeinden betrifft.
Die imposante Kirche wurde bisher mit Fernwärme geheizt. Doch seit einer Umstellung der Verträge durch den lokalen Energieversorger sind die Kosten dafür enorm gestiegen, wie der Chef des Finanzausschusses der Gemeinde St. Petri-Schloß, Matthias Nitz, erläutert. Allein der Anschluss ans Fernwärmenetz koste die Gemeinde für ihre beiden Kirchen nun rund 40.000 Euro - das Drei- bis Vierfache der eigentlichen Verbrauchskosten. Und die Petrikirche werde nur etwa 30 Tage im Jahr überhaupt geheizt.