Die Abgeordneten Sören Pellmann und Heidi Reichinnek führen künftig die Gruppe der Linken im Bundestag. Die Mitglieder wählten die neue Doppelspitze am Montag bei einer Klausur in Berlin - allerdings mit sehr knappen Ergebnissen in zwei Kampfabstimmungen. Für die Parteivorsitzenden Martin Schirdewan und Janine Wissler ist das ein Dämpfer - sie hatten auf eine einvernehmliche Lösung mit breiten Mehrheiten gehofft.
Schirdewan sagte trotzdem anschließend: «Was wir heute hier hatten, war eine ehrliche Debatte.» Die Gruppe habe ihre Entscheidung gefällt, wie sie sie gefällt habe. Nun stelle man das gemeinsame Interesse nach vorn. Die Linke solle wieder stark werden und nach der Bundestagswahl 2025 wieder in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen. Ähnlich äußerte sich Wissler.
Reichinnek und Pellmann versicherten, man ziehe an einem Strang. «Wir haben nicht so viele Chancen und wir kriegen es nur gemeinsam hin», sagte Pellmann. Er wolle Brücken bauen.
Nachfolge von Bartsch
Die Linke steckt nach der Abspaltung des Flügels um Sahra Wagenknecht in der Krise. In Umfragen erreicht sie bundesweit momentan nur drei bis vier Prozent. Der langjährige Fraktionschef Dietmar Bartsch hatte angekündigt, sich nach Jahrzehnten in hohen Parteiämtern aus der ersten Reihe zurückzuziehen.