Die Wahlunterlagen sind da. Und jetzt? Mit ihnen kommen die Fragen, diverse Wahl-O-maten und die Ungewissheit. Was soll ich ankreuzen? Für wen soll ich mich entscheiden? Soll ich überhaupt?
Erstwählern fällt das vielleicht noch schwerer als Menschen, die schon öfter ihre Stimme abgegeben haben, wie wir immer so schön sagen. Stimme abgeben. Machen Wahlen stumm? Stumm vor Entsetzen vielleicht, wenn der Ausgang eine persönliche Katastrophe ist. Stumm, weil man dem Arbeitskollegen natürlich nicht auf die Nase bindet, was man selber wählt. Stumm, weil Wahlen polarisieren und damit es in der Familie keinen Streit gibt, sagt man lieber nix.
Alles gute Gründe, auf neutralem Territorium nachzufragen. Thomas Platz ist in der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Wie geht das - Stimme abgeben und Meinung sagen? Die Debatte vor der Wahl.
Wir fragen und hier sind seine Antworten:
Wie viele Erstwähler gibt es in Sachsen?
Thomas Platz: Ich versuche mal eine Schätzung als grobe Orientierung, weil ich für Sachsen keine genauen Zahlen habe: Auf Bundesebene rechnet man mit „etwa 3,0 Millionen Erstwählerinnen und Erstwählern. Diese Zahl umfasst alle jungen Deutschen, die seit der letzten Bundestagswahl volljährig geworden sind.“ So der Bundeswahlleiter Dieter Sarreither in seiner Pressemitteilung Nr. 01/17 vom 3. Februar 2017. Das sind 4,8 % der Wahlberechtigten. Diesen Prozentsatz auch für Sachsen unterstellt und die Zahl der Wahlberechtigten bei der letzten landesweiten Wahl (3.376.627 bei der Landtagswahl 2014) als Basis genommen, ergibt sich eine Zahl von ca. 160.000 Erstwählern in Sachsen.