loading

Nachrichten werden geladen...

Tschechen rasen am liebsten in Deutschland

Symbolbild Geschwindigkeitsüberschreitungen / pixabay TheDigitalArtist
Symbolbild Geschwindigkeitsüberschreitungen / pixabay TheDigitalArtist

Im vergangenen Jahr erhielt das tschechische Verkehrsministerium 489.408 Anfragen zu Verkehrsverstößen im Ausland, fast die Hälfte aus Deutschland.

Das tschechische Verkehrsministerium hat im vergangenen Jahr insgesamt 489.408 Anfragen zu Fahrer- und Halterdaten erhalten. Diese Anfragen waren weitgehend auf Verkehrsteilnehmer gerichtet, die im Ausland gegen Verkehrsregeln verstoßen hatten. Der Großteil dieser Anfragen kam aus Deutschland, was die enge Verzahnung der Verkehrssysteme innerhalb der EU verdeutlicht. Das teilte die Plattform Tschechien.News mit.

Laut einem Bericht des Nachrichtensenders ČT24 registrierten die deutschen Behörden mehr als 213.000 Verkehrsverstöße von tschechischen Fahrern, was über 43 Prozent aller Anfragen ausmachte. Die häufigste Ursache dieser Verstöße waren Geschwindigkeitsüberschreitungen, die in Deutschland mit Geldstrafen von mehreren hundert Euro geahndet werden. Österreich folgte mit mehr als 124.000 Anfragen, während die Zahlen aus den anderen Nachbarstaaten deutlich niedriger ausfielen: Aus Polen kamen knapp 13.000 Anfragen, und aus der Slowakei lediglich rund 500.

Das Verfahren zur Bearbeitung dieser Anfragen erfolgt über das EU-weite Informationssystem EUCARIS (European Car and Driving Licence Information System). Dieses System ermöglicht den Austausch von Informationen zwischen den Mitgliedsstaaten und enthält neben den Identifikationsdaten des Fahrzeughalters oder Fahrers auch spezifische Informationen zum jeweiligen Verstoß. Dazu zählen unter anderem zu hohe Geschwindigkeit, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, das Nichtanlegen von Sicherheitsgurten oder die Missachtung einer roten Ampel. Besonders auffällig ist, dass im vergangenen Jahr über 96 Prozent der Verstöße tschechischer Fahrer im Ausland auf Geschwindigkeitsübertretungen zurückzuführen sind.

Seit Jahren zeigt sich eine klare Tendenz, dass die meisten Verkehrsdelikte tschechischer Autofahrer in Deutschland registriert werden. Das Land fungiert aufgrund seines Status als wichtiges Transitgebiet als Brennpunkt für Verkehrskontrollen und verfügt über ein besonders dichtes Radarnetz. Auch in Österreich sorgen tschechische Fahrer regelmäßig für Aufsehen, was sich auf die Beliebtheit der Reiseziele und die damit verbundenen Dienst- sowie Urlaubsfahrten zurückzuführen lässt. Besonders in den Sommermonaten, wenn viele Fahrten in Richtung Italien oder Kroatien stattfinden, steigt die Zahl der Verkehrsverstöße deutlich an.

In Österreich ahnden Polizeibeamte bereits geringfügige Überschreitungen von ein bis zwei Kilometern pro Stunde über der Messtoleranz. In Deutschland sind die Vorschriften nicht ganz so streng, 

Ein weiterer Punkt,  ist die Möglichkeit der Fahrzeugbeschlagnahme bei besonders schweren Verstößen in Österreich. Diese strengen Maßnahmen gegenüber tschechischen Fahrern könnten dazu beitragen, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und die Anzahl der Verstöße zu reduzieren.