Der Sohn des Bürgermeisters von Chřibská im Kreis Děčín, Jan Machač, hatte ein schrechkliches Erlebnis als er am Montag am Gemeindeamt ankam. Er traf ein, als der Angreifer bereits im Gebäude war und das Polizeiteam gerade eintraf. „Die Streife stürmte sofort hinein, deshalb wollte ich mitgehen, aber sie hielten mich zurück – ich hätte dort nichts zu suchen“, sagte Machač gegenüber CNN Prima NEWS.
Nach dieser erschütternden Erfahrung wartete Machač nervös vor dem Gebäude und hörte die Schüsse. Als er schließlich seinen Vater sah, der verletzt, aber lebend, aus dem Gebäude kam, fiel ihm eine unbeschreibliche Last von den Schultern. Der Vorfall forderte insgesamt zwei Todesopfer, wobei sechs weitere Personen verletzt wurden.
„Ich war der Einzige, der in diesem Moment dort ankam. Ein Bekannter, der Polizist ist, rief mich an und sagte, es werde im Amt geschossen, und fragte, ob ich wüsste, wo mein Vater sei“, schilderte Machač. Auch eine Journalistin war vor Ort, die ein Interview mit Machačs Vater führen wollte, jedoch auf den Angreifer traf, der sie bedrohte, falls sie nicht sofort verschwinde. Nach Abschluss des Polizeieinsatzes kam Machačs Vater, der mit einer Schussverletzung am Bein und vermutlich auch einer Kugel in der Schulter humpelte, allein zum Rettungswagen und wurde ins Krankenhaus nach Děčín gebracht. Etwa drei Stunden nach dem Vorfall äußerte sich Innenminister Lubomír Metnar (ANO) auf einer Pressekonferenz.
„Der Angreifer begann mit einer Schusswaffe zu attackieren – und zwar direkt im Gemeindeamt. Leider forderte sein Amoklauf zwei Tote: Eine der Opfer war Mitarbeiter des Amts, der zweite Tote ist der Schütze selbst“, erklärte Metnar und fügte hinzu, dass sechs Personen verletzt wurden, darunter auch drei Polizisten. Zwei Menschen erlitten schwere Verletzungen, und einer musste per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Glücklicherweise befinden sich die verletzten Polizisten außer Lebensgefahr. Bei dem Toten aus dem Amt soll es sich um eine Frau handeln.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sirenenalarm ertönte im gesamten Ort, und sowohl ein Polizei- als auch ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Nach einiger Zeit konnte Entwarnung gegeben werden, und das Betreten des Gebäudes wurde wieder als sicher eingestuft. Für besorgte Angehörige wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet, um Informationen bereitzustellen.
Berichten zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen drogenabhängigen Einwohner der Gemeinde, dessen Mutter angeblich im Gemeindeamt arbeitet. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Verdachts auf mehrfachen Mord eingeleitet, da es sich um eine ernste Straftat mit zwei vollendeten Toten handelt. Parallel dazu wurde ein Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes eröffnet. Tschechiens Präsident Petr Pavel, der sich zu dem Zeitpunkt zu einem Besuch im Vatikan aufhielt, sprach den Angehörigen sein Beileid aus
Die Kleinstadt Chribska (Kreibitz) im sogenannten Schluckenauer Zipfel, einer tschechischen Landzunge, die nach Deutschland hineinreicht, hat rund 1.300 Einwohner und liegt knapp 25 Kilometer östlich von Bad Schandau am Rande des Nationalparks Böhmische Schweiz.