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Inflation in Tschechien sinkt auf 1,6 Prozent

Symbolbild Inflation / pixabay klimkin
Symbolbild Inflation / pixabay klimkin

Die Verbraucherpreise in Tschechien stiegen im Januar um den niedrigster Wert seit 2016. Energiekostensenkungen dämpfen die Inflation, Dienstleistungen bleiben jedoch teuer.

Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im Januar im Jahresvergleich nur noch um 1,6 Prozent gestiegen, teilte das Tschechische Statistikamt (CZSO) in einer vorläufigen Schätzung mit. Damit verzeichnet das Land die niedrigste Teuerungsrate seit November 2016. Im Dezember hatte die Inflation noch bei 2,1 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Preise allerdings um 0,9 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Verlangsamung hatten laut CZSO sinkende Energiekosten: Sie lagen fast acht Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Ohne diesen Rückgang wäre die Inflation im Januar auf rund drei Prozent gestiegen. Dienstleistungen verteuerten sich hingegen um 4,7 Prozent, Lebensmittel stiegen moderat um 1,3 Prozent. Experten führen die Entwicklung vor allem auf staatliche Entlastungsmaßnahmen zurück. „Der Erlass der Gebühr für erneuerbare Energien spielte eine Schlüsselrolle“, erklärte David Marek, Chefökonom von Deloitte laut landesecho.cz. Niedrigere Kraftstoffpreise hätten den Trend zusätzlich verstärkt. Kritisch sehen Beobachter hingegen die anhaltend hohen Zuwächse im Dienstleistungssektor.

Besonders die Wohnungspreise zögen weiter an, sagte Petr Dufek von der Creditas Bank. Die hohe Nachfrage treffe auf ein begrenztes Wohnungsangebot, was den Preisdruck im Segment Wohnraum erhöhe. Analysten erwarten, dass die Inflation in den kommenden Monaten voraussichtlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Tschechischen Nationalbank bleibt und erst gegen Jahresende leicht anziehen könnte. Für 2026 wird im Schnitt eine Teuerungsrate von rund 1,8 Prozent prognostiziert.

Parallel veröffentlichte das Statistikamt Zahlen zum Einzelhandel: Die Umsätze stiegen 2025 um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 4,6 Prozent im Jahr zuvor. Im Dezember verlangsamte sich das Wachstum auf 1,8 Prozent. Stärker gefragt waren Kosmetik- und Drogeriewaren sowie Apotheken; Rückgänge verzeichneten Elektronik, Sportartikel und Bekleidung. Online- und Versandhändler meldeten ein Plus von 3,8 Prozent. Analysten bewerten die Perspektiven insgesamt positiv: Steigende Reallöhne und höhere Konsumbereitschaft dürften den privaten Verbrauch und damit den Einzelhandel auch 2026 stützen.