Es gibt Ärger um den Abbruch einer Tanzveranstaltung im Sachsenhof Nossen. Am Abend des 17. Januar fand die Veranstaltung "Mittelsachsen tanzt" in der Eventlocation in Nossen statt. Gegen 23:45 Uhr kam es jedoch zu einem unerwarteten Zwischenfall, als ein Feueralarm im gesamten Gebäude ausgelöst wurde. Das teilte der Veranstalter Mittelsachsen Tanzt mit.
Nach ersten Erkenntnissen könnte der Fehlalarm mit dem Disko-Nebel, der im Raum verwendet wurde, in Verbindung stehen. Der Rauch erreichte einen Rauchmelder außerhalb des Raums, was dazu führte, dass dieser erst mehrere Stunden später ansprang. In solchen kritischen Situationen gebe es rechtlich festgelegte Abläufe, die von Eventlocations befolgt werden müssen. Daher wurde der Veranstalter von der Feuerwehr gebeten, die Veranstaltung abzubrechen, was letztendlich auch geschah.
Die Verwendung einer Nebelmaschine war im Vorfeld von der Location genehmigt worden. Der Veranstalter holte sich notwendige Informationen, um sicherzustellen, dass die Veranstaltung reibungslos verlaufen kann. Die Entscheidung, den großen Saal nicht zu nutzen, fiel aufgrund des verhaltenen Ticketverkaufs. Die Enttäuschung über den abrupten Abbruch der Veranstaltung war dennoch groß. Der Veranstalter hofft auf das Verständnis der Besucher und plant, im März eine neue Veranstaltung in der DGZ Festhalle Reinsberg abzuhalten.
Die Feuerwehr Nossen sieht den Einsatz kritischer. Sie wurde kurz vor Mitternacht zu dem Einsatz alarmiert. Die Brandmeldeanlage hatte ausgelöst und der Alarm stellte für die Einsatzkräfte einen ernsten Hinweis dar: Es könnte in dem Gebäude ein Brand entstehen und somit die Menschen in Gefahr sein. Als die Feuerwehr eintraf, war die Veranstaltung noch in vollem Gange. Lautstark feierten viele Menschen, was die Situation erschwerte. Es gab nur vereinzelt Anzeichen, dass Menschen das Gebäude verließen, während ein Großteil sich weigerte zu gehen. Dies machte es den Einsatzkräften schwer möglich, zur Brandmeldezentrale zu gelangen, um herauszufinden, welcher Melder ausgelöst hatte.
Zu allem Überfluss wurden die Einsatzkräfte von einigen Anwesenden bepöbelt und respektlos behandelt. Aussagen wie „Was hast du mir denn zu sagen?“ waren keine Seltenheit. Dies stellte nicht nur ein unangenehmes, sondern auch ein gefährliches Verhalten dar, da während solcher Auseinandersetzungen wertvolle Zeit verloren ging - Zeit, die bei einem Brand über Leben und Tod entscheiden kann, so die Feuerwehr. Der Vorfall führe zu der schmerzlichen Erkenntnis, dass aus früheren Vorfällen, wie dem tragischen Ereignis in der Schweiz an Silvester, nicht genug gelernt wurde. Dort wurde deutlich, wie schnell eine Party in Gefahr umschlagen kann, wenn Warnungen ignoriert werden, so die Feuerwehr.
Die Feuerwehr wünscht sich mehr Respekt und Verständnis von den Gästen in solchen Situationen. Ein Feueralarm sollte niemals als Einladung zur Ignoranz betrachtet werden. Es ist eine ernsthafte Angelegenheit und sollte auch als solche behandelt werden.
Der Veranstalter nimmt diese Kritik nur teilweise an. Beim Eintreffen der Feuerwehr wäre ein Großteil der Gäste schon außerhalb des Gebäudes oder an den entsprechenden Ausgangstüren gewesen. Auch das freie Bewegen der Feuerwehrleute im Gebäude war in Verbindung mit der geringen Besucherzahl ohne Einschränkung möglich. Die Musik wäre umgehend beendet worden, da die Stromversorgung an der Bühne automatisch mit Einsetzen des Signals abgestellt wurde. Ansagen zum Verlassen des Gebäudes liefen über die dafür vorgesehenen Lautsprecher und die Security wurde unverzüglich mit der Räumung des Gebäudes beauftragt.