Der Kanalanschluss für die Halbleiterindustrie im Dresdner Norden wird vorfristig fertig. Was die Stadtentwässerung in Kaditz, auf der Königsbrücker und der Hamburger Straße sowie der Campuslinie plant.
Ralf Strothteicher steht in einem gewaltigen Bauwerk tief unter der Erde. Bereits ab Mai wird direkt vorm Klärwerk das Abwasser aus dem neuen Industriesammler Nord hier herabstürzen, um dann in die Kaditzer Anlage zu fließen. „Mit den neuen Chipwerken wäre das vorhandene Kanalnetz überlastet“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtentwässerung. Deshalb baut das Unternehmen für rund 76 Millionen Euro den etwa zehn Kilometer langen Hauptkanal vor allem für die Abwässer der Mikroelektronik-Betriebe im Dresdner Norden. Der Nordkanal führt vom Klärwerk an der Elbe aus parallel zur Autobahn und durch den Heller bis zur Königsbrücker Straße. Unterwegs fließt dabei das Abwasser von den Gewerbegebieten in Rähnitz und Wilschdorf in den Kanal.
„Der Höhenunterschied von der Königsbrücker Straße bis hinab zum Klärwerk beträgt rund 100 Meter“, erläutert Strothteicher. An dem Absturzbauwerk mit seiner Wehrschwelle wird die Geschwindigkeit des Abwassers gedrosselt, sodass es nicht zu Turbulenzen kommt.