Es ist erstaunlich leer am Sonntagabend auf dem Dorfanger von Altkötzschenbroda. Die ersten Händler holen schon ihre Kisten unter den Tischen hervor und beginnen ihre Waren wegzupacken, hier die Alpakasocken und dort die liebevoll getöpferten Tassen. Die Besucher, die noch da sind, freuen sich, ihr Gläschen Wein ganz entspannt im Sitzen trinken zu können. Es gibt an den Ständen der Winzer kein großes Gedränge und man kann entspannt flanieren. Wo sind sie denn, die vielen Weinfestbesucher?
Die sind, kaum dass die Dämmerung hereinbrach, Richtung Elbe gelaufen. Dort auf den Wiesen vor dem Deich ragte der Kopf eines riesigen Huhns in den Abendhimmel, mit stolzem rotem Kamm und bösen Blick - es schien zu ahnen, was ihm bevorstand. Traditionell endet das Weinfest mit dem Grande Finale und einer großen Feuershow, so auch in diesem Jahr. Zuvor wurden aber noch die Theatergruppen und Künstler geehrt, die in den vergangenen Tagen dafür gesorgt hatten, dass es auf dem Anger ganz besonders bunt zuging. Hunderte Menschen warteten gespannt, als mit einer Leuchtrakete die Installation aus Holz und Papier in Brand gesetzt wurde. Es wurde gefilmt und fotografiert, manch einer stellte sich aber auch die Frage, ob es das gigantische Kunstwerk nicht verdient hätte, noch etwas länger stehenzubleiben. Ganz zu schweigen von der Umweltbelastung.
