Die Nikolaikirche in Meißen, ein einzigartiges historisches Bauwerk, steht vor einer ernsthaften Herausforderung. Ihr prächtiger Innenraum, geschmückt mit exquisiten Porzellanelementen der renommierten Porzellan-Manufaktur Meissen, benötigt dringend eine umfassende Sanierung. Um auf die kritische Situation aufmerksam zu machen und Spenden für diese wichtige Erhaltungsmaßnahme zu sammeln, finden am 3. Oktober gleich zwei besondere Benefizkonzerte in der nahegelegenen Frauenkirche statt. Das teilte die Stadtverwaltung mit.
Ab 16 Uhr wird das seltene Porzellanglockenspiel im Turm der Frauenkirche bei einem einmaligen Livekonzert erklingen. Die Zuhörer können sich auf ein außergewöhnliches Klangerlebnis freuen, das normalerweise nicht zugänglich ist. Um 18 Uhr wird dann ein weiteres Konzert an der Jehmlichorgel stattfinden, bei dem das neue Porzellanorgelregister vorgeführt wird.
Die Nikolaikirche wurde im Jahr 1929 als Kriegergedächtnisstätte eingeweiht und beherbergt vierzehn kunstvoll mit Meissener Porzellan verzierte Epitaphe, die an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnern. Auf insgesamt 1815 handgemalten Porzellantafeln sind die Namen der Kriegsopfer festgehalten. Diese symbolträchtigen Tafeln sind von detaillierte Bordüren umrahmt, inmitten kleiner, trauernder Porzellanfiguren. Diese Erinnerungsstücke sind nicht nur von künstlerischem Wert, sondern auch von großer historischer Bedeutung. Insbesondere zwei monumentale Porzellanfiguren im Altarraum, die schützenden Mütter darstellen, sind eindrückliche Symbole für Frieden und Trauer. Kulturreferentin Sara Engelmann hebt hervor, wie wichtig es ist, diese Erinnerungsstätte lebendig zu halten und sie in den öffentlichen Fokus zu rücken.