In der Nacht zum Mittwoch führten Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen eine Wohnungsdurchsuchung in Torgau durch. Anlass war eine Anzeige wegen Bedrohung, die eine 19-jährige Frau gegen einen 20-jährigen Mann gestellt hatte. Das teilte die Polizei mit.
Der Vorfall begann nach Angaben der Polizei mit einer Beinahe-Kollision auf der Verbindungsstraße zwischen Langenreichenbach und Staupitz. Ein entgegenkommender VW Transporter geriet leicht auf die Spur der 19-Jährigen, es kam jedoch zu keiner Berührung. Eine halbe Stunde später erkannte die Frau denselben Transporter auf dem Parkplatz des Torgauer Kauflands und sprach den Fahrer an. Der 20-Jährige, deutscher Staatsangehöriger, habe die Frau zunächst verbal bedroht und anschließend mit einem waffenähnlichen Gegenstand eingeschüchtert. Daraufhin erstattete die Frau Anzeige auf dem Polizeirevier in Torgau.
Die Justizbehörden ordneten die Durchsuchung des Beschuldigten sowie seiner Wohnung und Sachen an. Zur Durchsetzung dieser Beschlüsse wurden Spezialkräfte und die Verhandlungsgruppe des LKA Sachsen angefordert. Beim Betreten der Wohnung und der vorübergehenden Festnahme des Beschuldigten unterstützte ein kooperatives Familienmitglied die Einsatzkräfte, sodass eine weitere Verstärkung nicht mehr zum Einsatz kommen musste.
Bei der Durchsuchung stellten die Beamten zwei Schreckschusswaffen und zugehörige Munition sicher. Für diese Waffen konnte der Beschuldigte keine Erlaubnis vorweisen. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der 20-Jährige wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen Bedrohung dauern weiterhin an.