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Jetzt auch in Großenhain: Streusalzvorräte wegen Kälte nahezu aufgebraucht

Symbolbild Winterdienst / pixabay planet_fox
Symbolbild Winterdienst / pixabay planet_fox

Der Einsatz von Streusalz beschränkt sich auf Hauptverkehrswege, gefährliche Stellen, Kreuzungsbereiche sowie auf die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen und Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren.

Riesa hatte es als erster gemeldet. Jetzt auch Großenhain. Die anhaltende winterliche Witterung mit wiederholtem Schneefall, Frost und Blitzeis hat in diesem Winter zu einem deutlich höheren Streusalzverbrauch geführt. Trotz frühzeitiger und planmäßiger Bevorratung sind die Streusalzvorräte des Stadtbauhofes Großenhain inzwischen nahezu erschöpft. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. 

Im langjährigen Durchschnitt lag der Streusalzverbrauch des Bauhofes in den letzten 18 Wintern bei rund 135 Tonnen, in den vergangenen acht Jahren sogar eher zwischen 100 und 125 Tonnen pro Saison. Entsprechend dieser Erfahrungswerte wurde der Winterdienst 2025/2026 vorbereitet: Zum Herbstbeginn 2025 standen rund 100 Tonnen Streusalz zur Verfügung, verteilt auf das Silo mit einer Kapazität von 50 Tonnen sowie zusätzliche Lagerflächen in der Halle für 75 Tonnen. Darüber hinaus besteht jährlich für den Zeitraum November bis März eine gesicherte Vertragsbindung von weiteren 100 Tonnen Streusalz zur Nachfüllung des Silos. In den Vorjahren wurde dieses Kontingent in der Regel nicht vollständig benötigt. In diesem Winter jedoch ist das durchschnittliche Winterkontingent bereits Ende Januar nahezu vollständig aufgebracht worden.

Bis in das neue Jahr hinein konnte der städtische Winterdienst mit den vorhandenen Vorräten abgesichert werden. Am 8. Januar 2026 wurden noch einmal zwei Lieferungen à 25 Tonnen – rechtzeitig vor einem erneuten Wintereinbruch mit Glatteisregen – angeliefert. In der Folge verschoben sich zugesagte Liefertermine mehrfach. Die zuletzt angekündigte Lieferung für den 5. Februar 2026 kann nach aktuellem Stand nicht mehr realisiert werden. Ursache ist ein bundesweiter Lieferengpass, von dem auch die beauftragten Dienstleister betroffen sind.

Um dennoch handlungsfähig zu bleiben, hat die Stadt zusätzliche Streumittel beschafft. Über ein Transportunternehmen wurden 25 Tonnen Streusalz zu deutlich erhöhten Marktpreisen bestellt. Zudem wurde die Lieferung eines alternativen abstumpfenden Streumittels (gebrochener Blähton) zugesagt, das ebenfalls kostenintensiver ist als Streusalz. Die wenigen verbliebenen Restmengen von etwa fünf bis acht Tonnen Salz werden derzeit mit Blähton gemischt und so sparsam wie möglich eingesetzt.

Oberbürgermeister Sven Mißbach betont: „Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Wir setzen die vorhandenen Ressourcen dort ein, wo sie zwingend erforderlich sind. Gleichzeitig bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Vorsicht und Verständnis für die aktuelle Situation.“

Der Winterdienst im Zuständigkeitsbereich des Stadtbauhofes wird ab sofort konsequent priorisiert. Der Einsatz von Streusalz beschränkt sich auf Hauptverkehrswege, gefährliche Stellen, Kreuzungsbereiche sowie auf die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen und Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren. Auf Neben- und Wohngebietsstraßen erfolgt – entsprechend dem geltenden Winterdienstplan – nur noch das Schneeräumen, ein Abstreuen ist dort grundsätzlich nicht mehr vorgesehen. Die im Winterdienstplan befindlichen Fußwege werden weiterhin mit abstumpfenden Mitteln behandelt. Für einen flächendeckenden Einsatz zur Bekämpfung von Blitzeis wären allein für die fünf Straßentouren rund vier Tonnen Streusalz pro Tour erforderlich. Angesichts der aktuellen Versorgungslage ist ein solcher Einsatz nur noch eingeschränkt möglich.

Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht sowie um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen in den kommenden Tagen, für die erneut winterliche Temperaturen mit Schneefall und Frost angesagt sind. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer werden gebeten, ihren gesetzlichen Räum- und Streupflichten nachzukommen, um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen.

Die Verwaltung steht weiterhin in engem Kontakt mit Lieferanten und wird umgehend informieren, sobald sich die Versorgungslage entspannt.



Unterstützt von:

Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH