Der Verbrauch an Streusalz ist in diesem Winter außerordentlich hoch, sodass die Vorräte deutschlandweit rapide abnehmen. Aufgrund ausbleibender Lieferungen muss auch in Riesa der Winterdienst in den nächsten Tagen eingeschränkt werden. Das klassische Salz-Lauge-Gemisch kann nur noch auf Straßen der Kategorien A und B ausgebracht werden. Dazu gehören die Bundes- und Staatsstraßen im Stadtgebiet sowie die wichtigen Achsen für den öffentlichen Nahverkehr.
„Auf untergeordneten Straßen in Wohngebieten und teilweise auch in Gewerbegebieten können wir kein Salz mehr einsetzen“, erklärt André Haupt, Leiter Grünflächenpflege und Straßendienst der Allgemeinen Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft mbH Riesa (AGV), die den Winterdienst im Auftrag der Stadt Riesa durchführt. Derzeit sind noch etwa 80 Tonnen Streusalz vorhanden, aber die winterliche Wetterlage wird vermutlich noch länger andauern.
„Deshalb müssen wir beim Einsatz sparsam sein und Prioritäten setzen“, so Haupt. Außerdem werde man das Salz verstärkt mit Splitt mischen, um den Verbrauch möglichst niedrig zu halten. Das wird bereits auf den Fußwegen sowie in Bereichen praktiziert, in denen der Naturschutz besonders zu beachten ist. Die Streuer an den Fahrzeugen lassen sich entsprechend umstellen. Zugleich verweist die Stadtverwaltung nochmals auf die Anliegerpflichten der Grundstückseigentümer für das Räumen und Streuen von Gehwegen.
Das Problem fehlender Salzvorräte ist augenscheinlich flächendeckend. Solch eine Situation habe er seit 25 Jahren noch nie erlebt, hat der Großhändler, der Riesa versorgt, seinen Kunden mitgeteilt. Das Unternehmen hat auch Großenhain, Zittau, Löbau, Sebnitz, Heidenau und zahlreiche weitere Kommunen bisher zuverlässig mit Streusalz beliefert, nun ist aber nichts mehr am Lager verfügbar.
Der Bedarf ist außergewöhnlich hoch, beispielsweise in Norddeutschland, wo man schwierige Schnee- und Eisverhältnisse nicht mehr gewohnt ist. Folglich kommen die Salzbergwerke mit der Produktion nicht hinterher. Um den überregionalen Verkehr abzusichern, werden die Autobahn- und Straßenmeistereien vorrangig beliefert.