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Handwerkskammer Dresden für Berufsschulen auf dem Land

Symbolbild Berufsschulen / pixabay geralt
Symbolbild Berufsschulen / pixabay geralt

Die Handwerkskammer Dresden fordert den Erhalt ländlicher Berufsschulen, während die IHK Dresden eine ganz andere Sichtweise vertritt.

Mit klaren Worten meldet sich die Handwerkskammer Dresden in der aktuellen Debatte um die Zukunft der sächsischen Berufsschulen und mögliche Verlagerungen aus dem ländlichen Raum zu Wort. Sie hält diese Überlegung für einen klaren Fehler.

„Fachkräfte werden überall gebraucht, gerade auch im ländlichen Raum. Wer Ausbildung in die Ballungszentren zieht, zieht jungen Menschen Perspektiven aus der Fläche ab“, so Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Das Handwerk steht klar für die Beibehaltung des Wohnortprinzips. Es ist eine Gerechtigkeitsfrage zwischen Stadt und Land und ein Stabilitätsanker für die duale Ausbildung. Es sichert Ausbildungsstandorte im ländlichen Raum, erhält die Erreichbarkeit für Jugendliche und stärkt die regionale Bindung.“

Ausbildungsstandorte im ländlichen Raum bedeuten für die jungen Menschen kürzere Schulwege, weniger Kosten und weniger Zeit verbringen zu müssen im Auto, im Bus oder in der Bahn. Zudem verbleiben die Lehrlinge eher in ihrem bekannten sozialen Umfeld. Dies alles sind Faktoren, die nachweislich über Ausbildungserfolg und Motivation mitentscheiden. In einem Brief an das Sächsische Kultusministerium, die Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertretenen Parteien sowie an das Landesamt für Schule und Bildung hat die Handwerkskammer Dresden ihre Position deutlich gemacht.In Vorbereitung auf die in diesem Jahr anstehende Fortschreibung des Teilschulnetzplanes für die berufsbildenden Schulen führt das Sächsische Staatsministerium für Kultus aktuell eine prüfung durch.

Eine ganz andere Meinung hat die IHK Dresden. Dazu äußert sich Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden: "Dem Vorwurf der Handwerkskammer Dresden, wonach die schulische Ausbildung in Ballungszentren junge Menschen aus der Fläche abziehen würde, muss entschieden widersprochen werden. Vielmehr geht es darum, bekannte Entwicklungen und Probleme objektiv zur Kenntnis zu nehmen, zum Beispiel, wenn an immer mehr Berufsschulen die erforderlichen Klassenstärken für verschiedene Berufe nicht mehr erreicht werden."

Laut einer regionalisierten Schüler- und Absolventenprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen werde die Zahl der Berufsschüler nach dem Schuljahr 2033/34 demographisch bedingt spürbar zurückgehen und noch mehr Standorte Auslastungsprobleme bekommen. Auf diese Tendenzen müsse man mit der Fortschreibung der Schulnetzplanung proaktiv reagieren.

Die IHK plädiert weiter dafür, dass bestehende Wohnort- in ein Standortprinzip zu wandeln. Bei Letzterem richtet sich der Ort der Beschulung nach regionalen betrieblichen und branchenspezifischen Clustern beziehungsweise nach fest zugeordneten Ausbildungsbetrieben. Berufe sollten wieder dort ausgebildet werden, wo die meisten Betriebe ansässig sind.

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