Während auf einer Seite der Königsbrücker Straße das neue Infineon Werk – gesäumt von Baucontainern – emporragt, stehen auf der anderen Seite die Tunnelbauer von der Stadtentwässerung Dresden und der Spezialtiefbaufirma Braumann. Für sie war der 10. Dezember ein besonderer Tag. An dem hat die Tunnelbohrmaschine beim Bau des Industriesammlers Nord ihr Ziel erreicht. Auch Cornelia Karasek hat es sich als Tunnelpatin für diesen letzten Abschnitt nicht nehmen lassen, mit dabei zu sein. Die Dresdnerin plant bei der Stadtentwässerung als CAD-Konstrukteurin solche großen Kanäle.
Mit dieser Super-Röhre erhalten die Firmen von Dresdens wachsender Chipindustrie einen leistungsfähigen Abwasseranschluss. Begonnen hatte der Bau mit dem symbolischen Spatenstich am Klärwerk Kaditz im Juli 2023. Das Elbehochwasser zum Jahreswechsel 2023/2024 flutete Baugruben, Altlasten am Heller bescherten Zusatzaufwand. Doch jetzt ist das Bauende in Sicht.
Investitionschef Torsten Seiler von der Stadtentwässerung und der Bauleiter der Spezial-Tiefbaufirma Braumann, Denny Weber, verfolgen das Ereignis direkt in der tiefen Zielgrube. Fast eine Stunde dauert es, bis der Bohrkopf gegen 9 Uhr langsam durch die Erde kommt – der Durchstich ist geschafft. Auf 360 Metern hat die Tunnelbohrmaschine in bis zu zehn Metern Tiefe die Bohrung durch den sandigen Untergrund getrieben, durch die parallel dazu die zwei Meter hohe Stahlbetonröhre hindurchgepresst wurde. Start war in der Baugrube neben dem Moritzburger Weg in Hellerau.
