Es ist nur ein Schlauchboot mit drei Personen an Bord, aber es ist eine wichtige Tour. Als Kanalnetzmeister der Stadtentwässerung ist Frank Lieber für den Südosten Dresdens zwischen der Altstadt und der Stadtgrenze zuständig. Doch an diesem regnerischen und windigen Herbsttag geht es für den 66-Jährigen nicht in den Kanal hinab, sondern auf die Elbe hinaus. Deshalb schwimmt das Schlauchboot bereits am Zschierener Schiffslandeplatz unweit des dortigen Gasthofs auf der Elbe. Auf dem Hänger eines Kleintransporters ist es an diesem Morgen vom Prohliser Kanalnetzstützpunkt angerollt. Vom Boot aus will Lieber kontrollieren, ob die Regenüberläufe entlang des Flusses noch in Ordnung sind.

Das Inspektionstrio ist kurz vorm Blauen Wunder zwischen Loschwitz und Blasewitz.
Mit dabei sind Umweltamtschef René Herold und der Geschäftsführer der Stadtentwässerung, Ralf Strothteicher. Sie wollen sich bei der Kontrolltour ein Bild des Zustandes dieser wichtigen Auslassbauwerke an der Bundeswasserstraße machen. „Wir wollen heute dem Leiter des Umweltamtes Einblicke in den Betrieb unseres Kanalnetzes geben. Die Einleitungen aus den Regenauslässen stehen ja unter der Kontrolle und Genehmigung seiner Unteren Wasserbehörde“, erklärt Geschäftsführer Strothteicher. „Unsere jährlichen Inspektionsfahrten sind dabei wichtig – insbesondere, um sicherzustellen, dass die Gitter frei von Unrat sind und der Abfluss störungsfrei funktioniert.“
