Ophelia, die Geliebte des Hamlet in Shakespeares gleichnamigem Drama, erscheint dort als klassische Opferfigur. Dass sie jedoch auch heute noch als Inspiration dient und zum Nachdenken anregt, zeigt die Konzertperformance „Ophelia. Tragödie einer Liebenden“, die am 26. Mai 2020 in der Kulturkulisse Altplauen Premiere feiert. Was kann uns Ophelia heute noch sagen?
Hamlet gilt allgemein als bestes Drama Shakespeares und mindestens als eines der wichtigsten überhaupt. Ophelia nimmt in dem Stück lediglich eine Nebenrolle ein. Dennoch ist sie aus mehreren Gründen auch heute noch ein interessanter Charakter. Vielleicht bietet es sich zu Zeiten von Corona sogar geradezu an, einmal etwas intensiver über Ophelia nachzudenken.
Wenn wir zunächst an das Drama selbst denken, sind Ophelia und ihr Bruder Laertes die Kinder des königlichen Ratgebers Polonius. König Hamlet ist von seinem Bruder Claudius ermordet worden, doch nur Prinz Hamlet weiß davon, da ihm der Geist seines Vaters in der Nacht erschienen ist, der seinen Sohn gleichzeitig damit beauftragt, ihn zu rächen. Seine Mutter Gertrude heiratet Claudius, was das Drama entfesselt und Ophelia zum Spielball der patriarchalischen Ränke macht.