Zwischen Honecker-Lounge, «Dirty Dancing» und Berlinale: Das Kino International war einst das wichtigste Premierenkino der DDR, gehört fest zu den Spielstätten der Berlinale und ist auch für seine markante Architektur bei Filmfans und Touristen bekannt. Im November wird das 1963 errichtete Haus an der Karl-Marx-Allee nun 60 Jahre alt.
Das denkmalgeschützte Gebäude der Nachkriegsmoderne kann dabei mit der ein oder anderen ungewöhnlichen Anekdote auf die Geschichte der DDR zurückblicken - und deren Ende. Denn während die Zuschauer am 9. November 1989 «Coming Out» sehen - eine schwule Liebesgeschichte und damit der erste Film in der DDR mit homosexueller Thematik - fällt die Mauer. Für das Kino also ein doppelt denkwürdiger Abend.
Neben vorwiegend Produktionen der DDR-Filmgesellschaft Defa zeigte das Kino aber auch ausgewählte westliche Filme, zum Beispiel 1987 den Tanzfilm-Klassiker «Dirty Dancing». Es sollte ein repräsentatives Gebäude sein, wie Thore Horch aus dem Eventbereich des Kino International sagt.