Kriminelle sollen zahlreiche Frauen aus Vietnam nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen haben. Nun hat die Polizei bei einer Razzia in fünf Bundesländern die mutmaßlichen Köpfe der Bande festgenommen. Dabei handelt es sich um eine Vietnamesin, einen Vietnamesen und einen Deutschen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Chemnitz mitteilten. Gegen sie liegen den Angaben zufolge Haftbefehle vor.
Durchsucht wurden am Donnerstag 31 Objekte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachen, Thüringen und Berlin, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Es habe sich um Privatwohnungen, Geschäftsräume, Büros und Wohnungsbordelle gehandelt. Dabei seien auch 19 Vietnamesinnen aufgegriffen worden, die offenkundig illegaler Prostitution nachgingen. Zudem fanden die Ermittler rund 214.000 Euro, Dutzende Handys, Medikamente unbekannter Herkunft, eine Schreckschusswaffe und 33.000 Euro Falschgeld. Die Funde würden nun ausgewertet.
Zentrum der illegalen Machenschaften soll Halle/Saale gewesen sein. Von dort habe sich das Netzwerk in weitere Städte und Bundesländer erstreckt, hieß es. Ermittelt wird gegen eine Reihe mutmaßlicher Unterstützer mit deutscher, polnischer und vietnamesischer Staatsangehörigkeit.