Die unabhängige Expertenkommission zur Untersuchung des Terrorfalls «Al-Bakr» wird ihren Bericht nicht mehr in diesem Jahr vorlegen. Der Kommissionsvorsitzende Herbert Landau habe die sächsische Staatsregierung um eine Fristverlängerung bis zum 31. Januar gebeten, sagte Kommissionssprecher Dirk Metz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich wollte das vierköpfige Expertenteam um den früheren Karlsruher Verfassungsrichter noch vor Weihnachten Ergebnisse vorlegen. Als Grund für den Verzug wurde die anfänglich nur zögerliche Zusammenarbeit den Bundesbehörden genannt.
Die Kommission soll mögliche Pannen im Zusammenhang mit der zunächst missglückten Festnahme des 22 Jahre alten Syrers Dschaber al-Bakr Anfang Oktober in Chemnitz und seinem späteren Suizid in der JVA Leipzig aufklären. Die sächsischen Behörden waren dafür heftig kritisiert worden.
Landau habe Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bereits vor zehn Tagen in einem Brief über die Verzögerung informiert, sagte Metz. «Herr Landau hat deutlich gemacht, dass nicht alle Behörden so gut mitgespielt haben wie die sächsischen, was die Bereitstellung von Befragungsterminen angeht.» Dies habe sich aber deutlich gebessert. Inzwischen sei «alles auf einem guten Weg».