Die im Fall des terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr eingesetzte Expertenkommission hat den Sicherheits- und Justizbehörden von Bund und Land Sachsen eine «Reihe Fehler und Regelverletzungen» attestiert. Besonders kritisierten die Experten Generalbundesanwalt Peter Frank, der das Verfahren zu spät übernommen habe.
Nur im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum und bei der Zusammenarbeit des Verfassungsschutzes sei alles gut gelaufen, sagte der Kommissionsvorsitzende Herbert Landau am Dienstag bei der Vorstellung des Abschlussberichts in Dresden. Zugleich empfahl die Kommission Verbesserungen und forderte eine «Kultur der Verantwortlichkeit».
Die Festnahme des 22-jährigen Syrers war Anfang Oktober vergangenen Jahres in Chemnitz gescheitert. Der mutmaßliche IS-Terrorist floh trotz Großfahndung nach Leipzig, wo er von Landsleuten überwältigt und der Polizei übergeben wurde. Zwei Tage später erhängte er sich in Untersuchungshaft in der JVA Leipzig. In der Chemnitzer Wohnung fand die Polizei einen hochexplosiven Sprengstoff, mit dem der Syrer nach Erkenntnissen der Ermittler einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen verüben wollte.