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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Digitalisierung in der Baubranche - Smarte Baustellen als Zukunft?

Peter H via Pixabay
Peter H via Pixabay

Die Digitalisierung ist mittlerweile auch in Industrie und Baubranche angekommen. Welche Technologien werden in der Baubranche 4.0 eingesetzt?

Die Digitalisierung ist mittlerweile auch in Industrie und Baubranche angekommen. Projekte müssen schneller abgeschlossen werden, während zeitgleich Kosten gesenkt werden sollen. Dies kann nur mithilfe von automatisierten und digitalisierten Prozessen gelingen. Aber wie kann das Vorhaben umgesetzt werden? Sind vernetzte Services im Handwerk richtig? Welche Technologien werden in der Baubranche 4.0 eingesetzt?

Die Weiterentwicklung von Geräten ist keinesfalls eine Neuheit, wenn man das Zeitalter der industriellen Revolution betrachtet. Damals wie heute werden Maßstäbe neu definiert, manuelle Arbeiten mechanisiert und Arbeitsbedingungen tiefgreifend umstrukturiert.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten


In Zeiten, wo Unternehmen wie die deutsche Bahn und weitere die Chancen der Digitalisierung ermitteln und ihre Arbeitsweisen anpassen, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch Hersteller von Baumaschinen und anderen Lösungen mit Optimierungsmöglichkeiten beschäftigen. Boston Dynamics ist führend in der Entwicklung von Roboterhunden, die unter anderem in Tschernobyl Messdaten erfassen. Für Menschen eine lebensgefährliche Aufgabe.

Die Einsatzbereiche sind vielfältig und haben das Potenzial die gesamte Wertschöpfungskette zu revolutionieren. Das oberste Ziel ist, die Arbeitsweisen und Zusammenarbeiten zu optimieren.

Individuelle Geräte und optimale Instandhaltung


Vor dem Kauf der verschiedensten Maschinen können sich Bauunternehmer diese individuell auf PC oder Tablets konfigurieren. Anpassbare Module wie Sonderlackierungen, Hydraulik, Klimaanlage oder Rundumleuchte sorgen für das optimale Gefährt. Eingebaute Sensoren melden eigenständig, wenn Störungen vorliegen oder Instandhaltungsmaßnahmen anstehen. Technische Mängel können proaktiv beseitigt und Stillstandzeiten eliminiert werden. Betreiber sparen sich viel Zeit und Kosten.

GPS-Systeme für exakte Arbeiten


Anhand von GPS-Daten können Bauleiter konkrete Darstellungen des zu erbauenden Objekts erstellen und sehr exakt arbeiten. Die Maschinen erkennen ihre Positionen automatisch und begeben sich in die optimale Position, um die Arbeitsaufträge mit einheitlicher Qualität zu erfüllen. Effizienter geht es nicht!

Remote Control für smarte Prozesse


Remote Control Systeme ermöglichen die Fernsteuerung von Fahrzeugen oder Anwendungen. So gibt es digitale Schließsysteme zu Baustellencontainern. Arbeiter können durch jene Neuerung jederzeit eigenständig die Türen öffnen oder schließen können. Mit verschiedenen Berechtigungen werden die Zugangszeiten der jeweiligen Gewerke geregelt.

Bauunternehmen können überdies mit den entsprechenden Softwares ihr Flottenmanagement und die Logistikprozesse verbessern. Rohstoffe können genau an den Platz geliefert werden, wo sie auf der Baustelle benötigt werden und nicht notwendige Fahrten werden vermieden. Werden weitere, hoch komplexe Maschinen benötigt, lassen sich diese bei spezialisierten Fachhändlern mieten oder kaufen. Qualifizierte Beratung selbstverständlich inklusive.

Das Smartphone als Arbeitswerkzeug?


Ob auf dem Smartphone, Tablet oder als Web-Applikation - Digitale Produkte in Form von Apps haben einen klaren Vorteil. Sie sind meist bedienerfreundlich und leicht zu verstehen! Zudem kann eine ordnungsgemäße, rechtssichere Arbeitsweise nachgewiesen werden.

Digitale Checklisten, Übergaben sowie Bau- und Schadensdokumentationen läuten das Ende der Zettelwirtschaft auf Baustellen ein. Sie können direkt in die Cloud geladen und an Auftraggeber oder das Büro übermittelt werden. Erleichterung winkt auch bei der Abrechnung.  Arbeitszeit und Pausen lassen sich durch manuelle Eingaben oder NFC Tags sekundengenau tracken. Welche Systeme am besten passen, findet man meist in der kostenlosen Probeversion heraus.

Die Herausforderungen der Baustelle 4.0


Um eine digitalisierte Baustelle optimal zu betreuen, wird vor allem eine schnelle Datenübertragung benötigt. Leider ist genau das Mangelware. Viele Baustellen sind in Gebieten gelegen, wo keine stabile Mobilfunknetzverbindung besteht. Daher ist zuerst zu prüfen, ob ein lokales Netz aufgebaut werden muss.

Traditionellerweise sind beim Bau eines Gebäudes viele verschiedene Gewerke beteiligt. Diese bevorzugen unterschiedliche Systeme und Wege der Kommunikation. Ein standardisierter, offener Austausch von Daten würde maßgeblich zum Erfolg der Projekte beitragen. Dem steht die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen im Weg.

Darüber hinaus ist die rechtliche Grundlage für vollautonome Maschinen derzeit nicht gegeben. Die anderen Arbeitsabläufe müssten von Maschinen zu 100% vorausgesagt und erkannt werden, um die Sicherheit aller Gewerke zu gewährleisten. Noch sitzen Fahrer in der Kabine, um die Arbeit der Maschinen zu kontrollieren und im Notfall einzugreifen.

Trend oder Zukunft?


Die Baubranche hat Zukunft und ist von Pandemien oder Umwelteinflüssen vergleichsweise wenig betroffen. Sicherlich wird die Entwicklung noch einige Jahre andauern. Experten, Fachgremien und führende Hersteller arbeiten intensiv am Gelingen der digitalen Transformation.

Auch, um dem weiterwachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Junge Fachkräfte interessieren sich besonders für die Kombination aus traditioneller, maschineller Technik und den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Digitalisierung. Diese Visionen gilt es anzunehmen, weiterzuentwickeln und umzusetzen.